Glaube

Jesus Christus spricht: Ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. (Lukas 22,32 - Jahreslosung 2005)
Liebe Gemeinde,

"ich habe für dich gebeten. dass dein Glaube nicht aufhöre. - So sagt Jesus zu Simon Petrus.

von dem er im voraus weiß, dass dieser ihn bereits am nächsten Tag öffentlich verleugnen wird. Doch Jesus blickt in seiner Fürbitte weit über diese Stunde des Versagens des Simon Petrus hinaus: Am Ostermorgen ist Simon Petrus der Erste, dem Jesus als Auferstandener begegnet. Jesus beauftragt ihn sogar: "Weide meine Schafe" (Joh 21,16ff), d.h.: "Sei der Hirte meiner Schafe, stärke deine Schwestern und Brüder im Glauben". Anderen Menschen zu helfen, im Glauben beständig zu bleiben und stark zu werden, ist nur dem möglich, der selbst einen starken Glauben hat.

Glaube - das bedeutet, sein Leben in Beziehung zu Gott und in der Nachfolge Jesu Christi zu leben. Der Glaube ist kein statischer Besitz - denn er liegt nicht in unseren Händen. Glauben können wir nicht verwahren, zurücklegen oder konservieren. Glaube, so wird aus der Jahreslosung deutlich, ist etwas, das auch aufhören kann.

In unserer Welt gibt es viele Gründe für das Aufhören, für eine Gefährdung unseres Glaubens. In manchen Situationen entstehen Zweifel an Gottes Liebe und seiner Barmherzigkeit: bei Krankheiten, durch den Verlust eines geliebten Menschen oder durch Naturkatastrophen wie die Flut in Südasien. Wir wissen nicht, warum Gott so viel Leid in seiner Weit zulässt. Dies ist Teil von Gottes dunkler Seite, die uns verborgen, rätselhaft und unheimlich bleibt. Doch auch im Leid bleibt Gottes Beziehung zu uns bestehen, können wir unsere Klage, Trauer, Wut und Hilflosigkeit im Gebet vor ihn bringen. Gott weiß um unser Leid, weil er selbst am Kreuz gelitten hat. Gerade auch in Situationen des Leids gilt Jesu Zuspruch: "ich habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre".

Jesus weiß um unsere Anfechtungen im Glauben. Deshalb bittet er um Stärkung unseres Glaubens. "Ich habe für dich gebeten". Kennen Sie das, liebe Gemeinde, dass man schwere Lebenssituationen nach einem Gebet ruhiger und gelassener ertragen kann? Im Gebet fließt uns Stärkung zu. Das Gebet um unseren Glauben ist ein Dienst Jesu an uns. Er befähigt und befreit uns dazu, auch einmal von uns selbst wegzuschauen. Hinzuschauen zum Anderen und ihn und seine Belange in unser Gebet mit einzuschließen. "Ich habe für dich gebeten" - das könnte ein gutes Programm für das neue Jahr sein.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer
Rüdiger H. Chr. Jungbluth

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