Liebe Freunde unserer Aktion Wir helfen in Heltau,

Ausgust 2007

...inzwischen ist auch Rumänien in der EU angekommen. Einerseits mit Freude über das erreichte Ziel, andererseits aber auch mit Sorgen bei der Realisierung. Beides wird zur Zeit von den Menschen erlebt und bestimmt ihren Alltag. Vor allem macht die Verteuerung große Probleme.

Wir haben uns zunächst bei dem Hilfstransport im Mai über die Erleichterung an der Grenze gefreut. Nach kurzem Blick auf die Papiere ein freundliches Durchwinken. Keine langwierigen, bangen Zollkontrollen mehr sondern europäische Normalität! Ein gutes Ankommen und dann ein herzlicher Empfang in Heltau.

Frühstücken der Älteren in der Arche
Frühstücken der Älteren in der Arche

Die Dankbarkeit und Freude über unser Wiederkommen ist groß und dieses soll ich Ihnen mit tiefer Anerkennung übermitteln. Besondere Freude herrscht in der Arche Noah. Die Bereitschaft, diese Arbeit auch nach den zugesagten fünf Jahren weiterhin zu ermöglichen, empfinden alle Beteiligten als großes Geschenk und Ermutigung. Die Leiterin, Frau Musa, schreibt: "Wir sind schwach, aber wir lernen von Ihnen, stark zu sein." Und sie sind auf gutem Weg.

Die vier Schüler der 8. Klasse haben die Abschlussprüfungen befriedigend bestanden, eine von ihnen sogar mit sehr guten Ergebnissen, so dass sie nun weiter auf ein Lyzeum in Hermannstadt gehen kann. Die drei anderen besuchen Fachschulen in Heltau, ein guter Erfolg. "Jetzt wird der Weg zur Vervollkommnung fortgesetzt, wie in einer großen Familie," so schreibt es Frau Musa weiter in ihrem Brief. Der Kontakt zu den Jugendlichen bleibt intensiv erhalten auch nach dem Ausscheiden aus der Arche. In diesem Sinn haben wir unser Konzept erweitert.

Einige Kinder sind neu aufgenommen worden. Ein Problem der neuen Lebenswelt: Eltern verlassen ihre Kinder, um in westeuropäischen Ländern zu arbeiten und Geld zu verdienen, was in der Weise in Rumänien nicht möglich ist. So gibt es etliche allein gelassene Kinder.

Der Beitritt zur EU bringt auch eine finanzielle Mehrbelastung für uns. Inzwischen sind für Angestellte Mindestlöhne festgesetzt, die wir für vier vertraglich angestellte Mitarbeiterinnen bezahlen müssen. Das wird jetzt verhandelt und dabei ist uns der Rat und die Erfahrung der Beiratsmitglieder sehr wichtig. Ebenso in der Begleitung der Mitarbeiterinnen bei schwierigen psychologischen Problemen der Kinder. Hier ergaben sich auch in der Beiratssitzung gute Lösungsmodelle.

Immer bringen wir eine biblische Geschichte mit, die die Kinder mit Freude erwarten und aufmerksam zuhören
Immer bringen wir eine biblische Geschichte mit, die die Kinder mit Freude erwarten und aufmerksam zuhören

Ebenso haben wir das Ferienprogramm der Arche gemeinsam geplant und etliche Beiratsmitglieder helfen bei der Durchführung mit. Dreimal in der Woche wird eingeladen und ca. 25 Kinder kommen zum Spielen, zu Wanderungen und Museumsbesuchen in Hermannstadt. Sie kommen regelmäßig und gern. Es ist wichtig, sie immer wieder aus ihrem problematischen Umfeld herauszuholen. Das Essen wird an diesen Tagen vom Lionsclub in Hermannstadt gespendet, eine große finanzielle Erleichterung für uns und eine Freude über dieses Engagement. Die Abgänger, inzwischen sind es 15 Jugendliche, werden wieder zu Gesprächen beim Grillen eingeladen. Sie müssen aber auch bei kleinen Reparaturen während der Ferienzeit mithelfen, so wie es in einer Familie üblich ist.

Die Mitarbeiterinnen der Diakoniestation danken für alle guten Gaben, die wir wieder mitbringen konnten, sehr herzlich. Sie haben sich mit dem ihnen eigenen Schwung auf ihre verschiedenen Wege zu den Familien gemacht. Ich bin etliche Wege mit ihnen gegangen und habe wieder gesehen, wie wichtig diese Arbeit immer noch ist. Bei der enormen Teuerung fehlt es vielen Menschen am Nötigsten. So ist das Wochenendbrot auch immer noch eine große Hilfe für kinderreiche Familien.

Die Märchenstraße. Die Schüler verfolgen die Route und erkennen auch etliche Märchen
Die Märchenstraße. Die Schüler verfolgen die Route und erkennen auch etliche Märchen

Ende Oktober werden wir wieder einen Hilfstransport nach Heltau durchführen und in diesen Tagen das fünfjährige Bestehen der Arche Noah im Beisein des Bürgermeisters und anderer Gäste feiern. Wir nutzen dieses 5-Jahres-Jubiläum gern auch dafür, die Arche Noah der Öffentlichkeit bewußter zu machen. Dieses Mal wird Pfarrer Becker auch mit dabei sein. Darüber werde ich dann im nächsten Brief berichten.

Bis dahin Ihnen sehr herzliche Grüße auch im Namen des Kirchenvorstandes und nochmals herzlichen Dank für alle Unterstützung.

Marianne Dithmar

Kontaktadresse:
Marianne Dithmar
Hugo-Preuß-Str. 36, 34131 Kassel

Spendenkonto:
Konto Nr. 1 055 672
Kasseler Sparkasse
BLZ: 520 503 53


zurück zur Heltau-Startseite