Liebe Freunde unserer Aktion Wir helfen in Heltau,

Dezember 2011

Liebe Freunde unserer Aktion Wir helfen in Heltau,

mit diesem Brief möchte ich Ihnen von meiner letzten Fahrt nach Heltau Anfang Oktober berichten, einer Herbstfahrt bei stahlendem Wetter. Eine knappe Woche war ich vor Ort, eine Zeitspanne, die kaum ausreichte für alles Vorgenommene: Kontakte ausbauen, Zusammensein mit den Kindern in der Arche, den Absolventen, Mitarbeiterbesprechung, Beiratssitzung, Besuche in den Familien, Gespräch mit dem neuen Bischof, Termin beim Bürgermeister, Zusammensein mit den Mitarbeiterinnen der Diakoniestation, Finanzplanung mit dem Geschäftsführer des DW zwecks Vorbereitung des Subventionsantrages. Es ist immer ein dichtes Programm.

Kontakte auszubauen ist eine wichtige Aufgabe, dieses Mal habe ich den Tag der Deutschen Einheit dazu nutzen können, zu dem der Konsul jedes Jahr einlädt. Eine gute Gelegenheit, unsere Arbeit ins Gespräch zu bringen. Es geht um eine Änderung der Wahrnehmung vor Ort und darum, Bereitschaft zu wecken, für Kinder aus diesem Milieu eigene Verantwortung zu übernehmen. Das braucht Zeit.

Frau Dithmar mit Kindern der Arche

Frau Dithmar mit Kindern der Arche

Schöner war dann das Ankommen in der Arche,und dabei die Freude der Kinder erleben zu können. Man spürt es, wie wohl sie sich fühlen und wie glücklich sie sind über ihren Platz in der Arche. Das ist nur mit Ihrer Unterstützung möglich und dafür sei Ihnen von der ganzen Archefamilie herzlich gedankt.

Es sind 35 Kinder, die täglich in die Arche kommen. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind 7 Kinder neu hinzugekommen. Sie wurden aus einer langen Warteliste ausgewählt in Zusammenarbeit mit der Sozialreferentin der Stadt. Das häusliche Umfeld dieser Kinder ergibt ein Abbild der Lebenssituation noch vieler Menschen in Heltau. Immer wieder ist es die Gewalt, denen die Kinder ausgesetzt sind, die Armut, durch die Wirtschaftskrise verstärkt, von der Arbeitslose und Rentenempfänger besonders hart getroffen sind, und es sind die neuen Wege der Arbeitssuche im Ausland. Die Kinder bleiben allein zurück, im günstigsten Fall versorgt durch eine Großmutter oder ältere Geschwister. Auch solche Kinder sind in der Arche. Für viele brauchen wir psychologische Betreuung, die nun wieder gewährleistet ist in Zusammenarbeit mit dem SOS Kinderdorf.

Mutter und Schwester des Jungen vorne im vorherigen Bild

Mutter und Schwester des Jungen vorne im vorherigen Bild

Von den Absolventen haben zwei Mädchen das Abitur bestanden. Sie haben mit dem Studium begonnen: Informatik, ein sehr begehrtes Studienfach und Psychologie. Das musste bei unserem Treffen gefeiert werden! Die Absolventen kommen zweimal monatlich in die Arche und werden immer zu einem besonderen Thema eingeladen. Es sind ca.15, die regelmäßig daran teilnehmen. Inzwischen gehören zur Archefamilie über 50 Schüler und Jugendliche!

Natürlich gibt es auch Probleme, von denen ich kurz berichten will. Zunächst von Roxana: sie war im vorigen Jahr auch hier und ist mit 16 Jahren Mutter eines kleinen Jungen geworden. Das Mitarbeiterteam steht ihr zur Seite. Vieles wurde geregelt und nun ist es möglich, dass sie den Schulabschluß macht und weiter in der Gemeinschaft bleibt. Leider wurden 3 Schüler ausgeschlossen. Die Einflüsse ihres Milieus waren zu stark, davon habe ich mich überzeugt. Eine schwere Entscheidung, über die auch mit den Mitgliedern des Beirates diskutiert wurde.

Gruppenbild in der Arche. Rechts sind  drei Absolventen. Vorne das Mädchen im grauen T-Shirt mit weißem Rand hat das Abitur gemacht. Alle anderen sind noch in der Ausbildung

Gruppenbild in der Arche. Hinten rechts sind Absolventen. Vorne das Mädchen im grauen T-Shirt mit weißem Rand hat das Abitur gemacht. Alle anderen sind noch in der Ausbildung

Das Zusammensein mit den Mitarbeiterinnen der Diakoniestation ist immer etwas Besonderes. Soweit sie gesundheitlich in der Lage sind, kümmern sie sich auch weiter um Menschen, die Hilfe brauchen, und sind dankbar für die Möglichkeit, auch finanziell helfen zu können. Leider findet sich z.Zt kaum Nachwuchs für ehrenamtliche Arbeit.

Den Briefaustausch der Schülerinnen und Schüler der Heidewegschule will ich noch erwähnen. Die Klasse von Frau Peppel hat mit ihren liebevoll gepackten Briefen wieder große Freude bei ihren rumänischen Brieffreunden ausgelöst, und die Antworten ebenso. Briefe und Photos gehen nun schon viele Jahre hin und her.

Die Absolventen haben sich mit der Collage ihre Erinnerungsecke geschaffen

Die Absolventen haben sich mit der Collage ihre Erinnerungsecke geschaffen

Im Rückblick auf die Tage in Heltau bin ich dankbar für die gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern und das vertauensvolle Miteinander. Aber nur durch Ihre dauerhafte Unterstützung ist diese Arbeit gewährleistet. Im Namen so vieler Heltauer, aber auch namens des Kirchenvorstandes danke ich Ihnen sehr herzlich für Ihre Treue, in der Hoffnung, dass wir auch weiterhin helfen können.

Mit herzlichen Grüßen,verbunden mit guten Wünschen für eine gesegnete Advents-und Weihnachtszeit

Marianne Dithmar

Kontaktadresse:
Marianne Dithmar
Hugo-Preuß-Str. 36, 34131 Kassel

Spendenkonto:
Ev.Kirchengemeinde KS-Bad Wilh .Kasseler Sparkasse BLZ 520 503 53 Kto.1 055 672 oder
Schülertagesstätte-Arche-Noah-Stiftung Kasseler Sparkasse BLZ 520 503 53 Kto.2 111 544


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