Liebe Freunde unserer Aktion Wir helfen in Heltau,

August 2013

Liebe Freunde und Paten unserer Aktion Wir helfen in Heltau,

die Geschichte von Radu, dem kleinen Jungen, der im November des vorigen Jahres in die Arche Noah aufgenommen wurde, berührt mich sehr. Deshalb stelle ich sie an den Anfang meines Berichtes.

Radu

Radu

Ich habe Radu gleich am ersten Tag meines Besuches in Heltau im Juni als einen liebenswerten Jungen erleben dürfen. Er ist 7 Jahre alt, kam strahlend aus der Schule und zeigte mir stolz seine Hefte. Um so erstaunter war ich, als die Mitarbeiter ihn als ein besonders schwieriges Kind schilderten. Dem wollte ich nachgehen und so habe ich die Lebensgeschichte von Radu kennengelernt.

Bis zu seinem 6. Lebensjahr hat er mit wenigen Unterbrechungen mit seinen Eltern in einem unglaublich desolaten Autowrack gelebt am Rande des Marktplatzes von Heltau. Dieses Wrack steht immer noch dort und ist auch wieder bewohnt! Unvorstellbar und doch Realität. Von dort haben unsere Mitarbeiter ihn herausgeholt und es auch letztlich geschafft, daß der Familie nun ein Zimmer zugewiesen wurde.

Obdach von Radu

Obdach von Radu

Die Mutter verdient ein paar Leis als Packerin, der Vater ist arbeitslos und wie immer prägen in solchen Situationen Alkohol und Gewalt den Alltag.

In diesen unterschiedlichen Lebenswelten muß sich Radu nun zurechtfinden. In der Arche fühlt er sich sichtlich wohl, ist ein guter Schüler, aber er begreift nur langsam, dass Schlägereien nicht zum normalen Miteinander gehören.

Wie gut,daß es die Arche Noah gibt! Hoffentlich kann sie auch weiterhin ihre Türen öffnen für ähnlich verletzte Kinder, um ihnen zu helfen, sich aus ihren Zwängen zu befreien und ihnen ein behütetes zu Hause zu geben.

Das ist ein wesentliches Anliegen und war bestimmendes Thema meines letzten Besuches. Inzwischen ist es Gewißheit - der rumänische Staat hat endgültig die Subventionen für unsere Einrichtung gestrichen. Auf die Begründung der Ablehnung warten wir allerdings immer noch trotz mehrfacher Erinnerungsschreiben. Die neue Regierung wird die Subventionen im sozialen Bereich generell streichen, offenbar wird an diesen Gesetzesvorlagen gearbeitet.

Deshalb müssen wir uns verstärkt um Unterstützung von rumänischer Seite bemühen - ein schwieriger Weg. Ich hoffe, daß mein erneuter Besuch beim deutschen Generalkonsul in Hermannstadt uns weiter hilft. Er hat uns die Möglichkeit gegeben, unsere Arbeit bei einer der Veranstaltungen des Hermannstädter Wirtschaftsclubs vorzustellen. Das ist inzwischen geschehen. Die Leiterin der Arche Noah, Dana Nicula, hat gemeinsam mit einem Mitglied unseres Beirates und einer Ehemaligen, die gerade Abitur macht, einen lebendigen Bericht gegeben.

Bei meinem Besuch im Oktober werde ich daran weiter arbeiten, hoffentlich mit einem konkreten Ergebnis. Es geht um die Übernahme von Patenschaften.

Ein anderes Gespräch habe ich mit dem neuen Bürgermeister von Heltau geführt mit dem Ziel, die Arche Noah mit einem angemessenen Betrag auf Dauer zu unterstützen. Das hat er zugesagt. Für dieses Jahr hat der Stadtrat einen Betrag von 6.000,- bewilligt.

Natürlich haben wir auch intern über Sparpotentiale gesprochen, die Mitarbeiter waren sehr kooperativ, wir haben bei einigen Positionen reduziert, aber das geht nur begrenzt.

Unser Jahresbedarf beträgt für 35 Kinder ca 30,000,- , davon hatte der Staat ungefähr die Hälfte der Kosten übernommen. Noch haben wir Planungssicherheit und im Vertrauen, daß sich immer wieder Wege auftun, wollen wir auch weiterhin diese wichtige Arbeit tun.

Jetzt ist Ferienzeit in Rumänien, 3 Monate lang keine Schule! Eine zu lange Zeit für gefährdete Kinder. Deshalb bieten wir im Juli Ferienaktivitäten an, die auch in diesem Jahr wieder vom Lionsclub in Hermannstadt finanziert werden. Zu einem besonderen Ferienerlebnis hat das Diakonische Werk Mönchengladbach beigetragen. Durch eine großzügige, zweckgebundene Spende ist es möglich, den Kindern eine 4 tägige Freizeit in einer nah gelegenen Jugendherberge zu ermöglichen. Die Vorfreude auf dieses Ereignis war besonders groß.

Auch diesesmal habe ich wieder Briefe der Schüler der 4b der Heidewegschule mitnehmen können. Es waren letzte, liebevoll verpackte Grüße. Nun gehen hier die Kinder in weiterführende Schulen und dort wählen sie sich in unterschiedliche Klassenprofile ein. Bei aller Freude war doch eine kleine Abschiedstrauer zu spüren. Vielleicht gelingt es bei einigen, weiter in Kontakt zubleiben, jedenfalls wurden einige Adressen ausgetauscht. Ich denke, es war für alle Beteiligten eine bereichernde Erfahrung und ich danke der Klassenlehrerin, Frau Peppel, sehr herzlich für Ihre große Bereitschaft und aktive Mitgestaltung bei dieser Brieffreundschaft.

Treffen mit Absolventen

Treffen mit Absolventen

Als letztes noch ein Hinweis auf den kleinen Kirchentag der Siebenbürger Sachsen, der vom 27. - 29. September in Kassel stattfinden wird. Er steht unter dem Thema: Hebt den Stein weg. Aus diesem Anlaß wird der Bischof der Evang. Kirche A.B. in Rumänien, Bischof Guib mit einer Delegation nach Kassel kommen. Am genauen Programmverlauf wird noch gearbeitet, fest steht, daß in unserer Kirche zu einer Abendandacht am Samstag, den 28.Sept. 2013 eingeladen wird und am Sonntag ein Abschlußgottesdienst mit den Bischöfen Dr. Hein und Reinhart Guib in der Martinskirche stattfindet.

Unsere Gemeinde hat Dank Ihrer kontinuierlichen Unterstützung in dieser langen Partnerschaft mit Heltau etliche Steine aufgehoben, immer in ökumenischer Verbundenheit und für alle Bevölkerungsgruppen.

Wir werden uns an diesem Kirchentag beteiligen und unsere Arbeit sichtbar machen.

Marianne Dithmar

Kontaktadresse:
Marianne Dithmar
Hugo-Preuß-Str. 36, 34131 Kassel

Spendenkonto:
Ev.Kirchengemeinde KS-Bad Wilh .Kasseler Sparkasse BLZ 520 503 53 Kto.1 055 672 oder
Schülertagesstätte-Arche-Noah-Stiftung Kasseler Sparkasse BLZ 520 503 53 Kto.2 111 544


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