DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
BOTSCHAFT VERINNERLICHT

Frisch verliebt, verlobt waren die beiden:
Josef war ein Mann aus Davids Stamm,
mochte die Maria sehr gern leiden,
und sie freute sich am Bräutigam.

In Israel wohnten sie im Norden,
in der Stadt mit Namen Nazareth.
Er war richtig Zimmermann geworden.
Sie war jung und unschuldig und fromm und nett.

Gottes Engel war bereits erschienen
In Jerusalem im Tempel schon,
dort wo nur die Hohenpriester dienen,
dort versprach er einem Priester einen Sohn.

Dessen Frau, Elisabeth, war schwanger.
Seit sechs Monaten trug sie das Kind.
Nach Unfruchtbarkeit - und wirklich langer -
war Elisabeth sehr wohlgesinnt.

Wieder einmal sandte Gott den Boten.
Bei Maria erschien Gabriel.
Sie erschrak doch sehr vor dem Exoten.
Eigenartig schien der Gruß, -formell.

"Du Begnadete, Gott lässt dich grüßen!
Gott, der Herr, ist mit dir!" - sagte er.
Und er stand dabei vor ihren Füßen.
"Fürchte dich nicht!" schob er hinterher.

"Du wirst schwanger und ein Kind gebären.
Nenn ihn Jesus, was der Retter heißt.
Alle Ewigkeit wird man ihn ehren,
weil er Gottes Liebe hier erweist.

Man wird ihn den Sohn des Höchsten nennen.
Gott wird geben ihm des Davids Thron.
Alle Welt wird ihn als König kennen.
Endlos ist das Reich von deinem Sohn."

Die Maria fragt: "Wie soll das geschehen,
da ich doch von keinem Manne weiß?"
Und der Engel sprach: "Du wirst schon sehen.
Alle Schöpfung ist Gottes Geheiß!

Über dich wird Gottes Geist dann kommen.
Des Herrn Kraft, die überschattet dich.
Von dem Heiligen wirst du benommen.
Gottes Sohn nennt man ihn ewiglich.

Sieh Elisabeth an, die Verwandte.
Sie trägt auch ein Kind in ihrem Bauch.
Unfruchtbar nannte man deine Tante.
Und zu alt erschien sie vielen auch.

Gott ist nichts unmöglich auf der Erde.
Es gibt kein Ding, das der Herr nicht kann."
Und Maria sprach darauf: "Es werde!
Gott seh' mich als seine Magd hier an.

Wie du sagtest soll mit mir geschehen.
Ich will dienen meinem Gott, dem Herrn!"
Darauf konnte Gottes Engel gehen.
Doch die Botschaft blieb bei ihr intern.

LUKAS 1,26-38

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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