DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
DIE GEBURT VON JOHANNES DEM TÄUFER

Nach drei Monaten ging sie nach Hause.
Frisch gestärkt lief die Maria heim.
Ihr tat diese Zeit gut, diese Pause.
In ihr klang das Lied nach mit dem Reim.

Danach hat Elisabeth bekommen
ein gesundes Kind. Es war ein Sohn.
Alle Nachbarn hatten es vernommen:
Dieses Kind war eine Sensation.

Große Freude war bei den Verwandten.
Alle kamen nach acht Tagen her.
Zur Beschneidung kamen die Bekannten.
Zu dem Fest kam man wer-weiß-woher.

Alle, die an diesem Tage kamen,
dachten, dass es wie der Vater heißt.
Doch die Mutter wollte nicht den Namen.
"Nein! Johannes heißt er!" sprach sie dreist.

Das gab einen Aufstand in der Sippe.
"Keiner der Familie heißt wie er!"
Die Festsstimmung stand schon auf der Kippe,
als man sagte: "Ruft den Vater her!"

Zacharias winkten sie zu kommen.
"Welchen Namen willst du für dein Kind?"
Er hat sich ein Täfelchen genommen
und schrieb einen Namen d'rauf geschwind.

Alle schauten nun gespannt zur Tafel.
Dort stand klar: "'Johannes' heißt mein Sohn."
Es gab Grund zum Wundern und Geschwafel -
denn bei Zacharias kam ein Ton.

Erst nur zaghaft, doch dann immer lauter
löste sich die Zunge, kam ein Wort.
Und er tönte. Immer mehr vertraut er
seiner Stimme, lobte er Gott dort.

Das versetzte alle hier ins Staunen:
"Was denkt ihr, was wird aus diesem Kind?"
hörte man die Menschen leise raunen.
"Gott scheint diesem Jungen wohlgesinnt."

Vater Zacharias sprach vor allen
- ganz erfüllt mit Gottes heil'gem Geist.
Ja, er sang von Gottes Wohlgefallen.
Seine Rede in die Zukunft weist.

LUKAS 1,56-67

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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