DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
DIE KRAFT DER WORTE

Nach Kapernaum ist Jesus dann gezogen,
einer kleinen Stadt am See Genezareth.
Dort sprach er von Gott in ihren Synagogen.
Alle staunten, denn er lehrte so komplett.

Seine Rede war so echt und überzeugend.
Seine Predigt ging direkt unter die Haut.
Sie klang ehrfürchtig, vor Gott sich tief verbeugend
Und so stark, weil er voll Gottes Macht vertraut.

Plötzlich schrie ein Mann ganz laut und wie besessen:
"Halt! Was willst du, Jesus? Du, aus Nazareth!
Du willst uns vernichten. Das sind die Int'ressen.
Ich weiß, wer du bist: Ein Heiliger! - Ich wett'.

Du bist nicht nur irgendeiner: Du bist jener,
der 'der Heilige' heißt. Du kommst klar von Gott."
schrie er immer lauter zu dem Nazarener,
und sein Geist schien zwischen Anbetung und Spott.

Jesus spürte jene Kraft, die ihn bestimmte.
Er hat über sich selbst nicht allein Gewalt.
In ihm wohnt ein Geist, der vor dem Herrn ergrimmte.
Deshalb sprach er in die tiefen Schichten: "Halt!"

Er gebot dem Geist im Menschen zu verstummen.
Er befahl dem Geist: "Verlass den Mensch und schweig!"
Diesen beutelt es. Er fühlt es in sich brummen.
Er knickt in sich und fällt vor sie, wie ein Zweig.

Doch dann ist er frei und endlich ohne Macken.
Er kann zu sich steh'n und ist nicht fremdbestimmt.
Er spürt dies sofort. Ihm sitzt nichts mehr im Nacken,
weil ihn keine fremde Macht gefangen nimmt.

Als er auf den Boden fiel, nahm er nicht Schaden.
Er verletzte sich nicht und tat sich nicht weh.
Alles Volk und viele seiner Kameraden
waren tief erschrocken, sprachen laut: "Herrje!

Was hat der für Kraft und Macht mit seinen Worten.
Selbst die bösen Geister fahren durch ihn aus."
Und man sprach von Jesus nun in allen Orten.
Man erzählte von ihm nun von Haus zu Haus.

Simon Petrus hatte hier enge Verwandte.
Seine Frau stammt aus dem Ort Kapernaum,
so dass jeder diesen Fischer hier gut kannte.
Schwiegereltern wohnten um die Ecke 'rum.

Nach dem Gottesdienst sind sie dort hin gegangen.
Seine Schwiegermutter war schon länger krank.
Sie hat sie mit hohem Fieber hier empfangen.
Sie lag ganz apathisch auf der großen Bank.

Einer fragte Jesus: "Kannst du sie nicht heilen?"
Und auch and're baten: "Mach sie doch gesund!"
Er trat zu der Frau, um bei ihr zu verweilen.
Und das Fieber wich sofort durch seinen Mund.

Sie stand auf und ging sogleich in ihre Küche.
Sie bereitete für alle Essen zu.
Von der Mahlzeit zogen durch das Haus Gerüche.
Sie bediente sie mit Wein und mit Ragout.

Als die Sonne sank und sich der Sabbat neigte
brachten sie noch viele Kranke in das Haus,
weil die Nachricht von den Wundern sich verzweigte.
Jesus trieb bei vielen böse Geister aus.

Und sie kamen zu ihm mit mancherlei Leiden.
Jedem Kranken legte er die Hände auf.
Und er konnte Geist und Krankheit unterscheiden.
Auch dass sie mal schrie'n nahm er in Kauf.

Böse Geister schrieen zu ihm: "Du Sohn Gottes!"
Doch ließ er zu Wort sie kommen nicht.
Er befahl zu schweigen aufgrund ihres Spottes.
Weil ein Geist, der schweigen muss, daran zerbricht.

Nachdem er die ganze Nacht durch viele Stunden
Menschen heilte, zog sich Jesus mal zurück.
Er braucht Abstand von den Kranken und Gesunden.
Er ging aus dem Haus zum Einsamsein ein Stück.

Doch sie folgten und sie suchten bis sie fanden
und sie kamen und sie hielten ihn gar fest.
Damit war nun Jesus gar nicht einverstanden.
Das erzeugte bei ihm heftigen Protest.

"Ich muss auch in andern Städten von Gott reden.
Ich muss predigen das Evangelium.
Ich bin hergeschickt zu predigen für jeden!
Gottes Reich erschließt sich allem Volk ringsum."

Und so zog er durch die Städte immer weiter.
In den Synagogen lehrte er im Land.
In Judäa heilt er Kranke und befreit er
Menschen, die von dunklen Mächten übermannt.

LUKAS 4,31-44

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

zurück