DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
DER GRÖSSTE FANG

Diesen Tag, den werd' ich nie vergessen.
Unvermittelt kam das Glück zu mir.
Ich hab damals nur ein Boot besessen.
Ich fing Fische und solch Meergetier.

Ich war kürzlich von dem See gekommen.
Es war an dem Tag ein schlechter Fang.
Beim Netzflicken hab' ich sie vernommen,
eine Menge Menschen kam entlang.

Vorneweg ein noch recht junger Lehrer,
der sprach laut von Gott und von der Welt.
Dicht bei ihm ein paar seiner Verehrer
haben sich ihm einfach zugesellt.

Noch beim Waschen von dem letzten Netze,
fragt er mich nach meinem kleinen Boot,
ob ich ihn vom Ufer übersetze,
weil das Volk ihn drängelt und bedroht.

Nicht weit ab vom Strand und von den Leuten
setzt er sich und predigt aus dem Schiff.
Noch wusst ich nicht, was soll das bedeuten.
Doch ich merkte, dass es mich ergriff.

Noch nie hörte ich so einen reden.
Seine Predigt ging in Kopf und Bauch.
Ja, man spürte, der erreicht hier jeden.
Praktisch sprach er, Worte zum Gebrauch.

Meine Freunde waren auch ergriffen,
der Jakobus und Johannes auch.
Sie begleiteten uns in den Schiffen.
Unter Freunden war das guter Brauch.

Nach der Rede hat er mich gebeten:
"Fahr hinaus, wo es am tiefsten ist!
Wirf das Netz aus!" - doch ich schau betreten.
Ich bin Fischer und auch Realist.

"Meister, sieh, wir haben nichts gefangen.
Wir versuchten es die ganze Nacht.
Deine Worte überzeugend klangen,
ja, sie haben mich sehr angefacht.

Auf dein Wort will ich die Netze werfen!"
Damals dachte ich: das wird probiert!
Damals hatte ich noch gute Nerven,
fuhr noch mal hinaus ganz routiniert.

Doch er hatte nicht zu viel verheißen.
Unsre Netze füllten sich ganz schnell.
Sie begannen sogar schon zu reißen.
Es war wirklich echt sensationell.

Meine Freunde standen mir zur Seite.
Und wir füllten beide Boote voll.
Tief im Wasser, nur um Haaresbreite,
sanken beide nicht, - das war echt toll.

Noch im Boot, da fiel ich ihm zu Füßen.
Und ich sprach: "Herr, geh du weg von mir!
Ich bin sündig, ich muss vieles büßen!
Voller Schrecken stehe ich vor dir."

Auch die andern waren tief erschrocken.
Denn wir spürten seine starke Kraft.
Danach sagte er zu mir ganz trocken:
"Simon, dich brauch ich jetzt dauerhaft.

Fürcht dich nicht; du wirst nun Menschen fangen.
Komm mit mir und lass hier alles stehn!"
Und so bin ich damals mitgegangen.
Und ich durfte manches Wunder sehn.

Damals brachten wir noch unsre Boote
an das Land - und ließen sie zurück.
Und wir folgten diesem Gottesbote.
In ihm fanden wir das große Glück.

Nie im Leben sah ich soviel Fische.
Das war damals ein besondrer Fang.
Jesus brachte in mein Leben Frische.
Ich will Jesus folgen lebenslang.

LUKAS 5,1-11

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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