DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
FREUNDE

Eines Tages kamen Pharisäer.
Und die Schriftgelehrten hörten Jesus zu,
wie er lehrte, dieser Galiläer;
dicht gedrängt saß man im Haus, auf du und du.

Aus den Orten ringsherum im Lande
kamen sie. Sie waren extra angereist.
Denn sie spürten, dieser war imstande,
Menschen heilte er mit Gottes Kraft und Geist.

Ein paar Freunde brachten einen Lahmen,
trugen ihn zum Haus auf einem Tragebett.
Doch weil sie nicht durch's Gedränge kamen,
baten sie die Menschen: "Macht Platz! Seid so nett!"

Sie versuchten ihn hineinzubringen.
Doch gelang es nicht; sie kamen nicht ins Haus.
Durch die Menge konnt' es nicht gelingen.
Alle baten sich zum Zuhör'n Ruhe aus.

Doch die Freunde suchten neue Wege.
Und sie gaben nicht so schnell und einfach auf.
Dieser Lahme brauchte ihre Pflege.
Für ihn nahmen sie die Anstrengung in Kauf.

Über Treppen und die Außenleiter
stiegen sie mitsamt dem Bett hinauf auf's Dach.
Und dann deckten jene Wegbereiter
einfach Ziegel ab - mit Vorsicht und mit Krach.

Nicht nur Licht und Himmel sah man unten.
Auch die Trage mit dem Mann kam angeschwebt.
Denn sie hatten Seile d'rangebunden.
Unten macht man Platz; - auch wenn man widerstrebt.

Vor die Füße Jesu kommt zu liegen
jener Lahme, für den vorher war kein Platz.
Jesus sieht, die sind auf's Dach gestiegen,
und aufgrund des Glaubens sagt er nun den Satz:

"Deine Sünden, Mensch, sind dir vergeben!"
Alles schweigt und denkt und überlegt sich nun:
Ist ihm dieses Recht von Gott gegeben?
Oder darf das nicht nur Gott alleine tun?

Pharisäer und auch Schriftgelehrte
lernten immer, dass nur Gott vergeben kann.
Lästert Jesus Gott und ihre Werte?
Oder steht vor ihnen wahrhaft Gottes Mann?

Jesus spürt die Fragen und Gedanken.
Und er fragt sie: "Was denkt ihr in eurem Herz?
Sünden heilt man schwerer als die Kranken.
Meint ihr denn, ich sage solches nur zum Scherz?

Ist es leichter Sünden zu vergeben
oder sagt man eher: 'Steh auf! Lauf herum!'
Ihr sollt meine Vollmacht hier erleben.
Deshalb zeige ich es diesem Publikum."

Und er wandte sich an den Gelähmten:
"Steh du auf und nimm dein Bett und geh nach Haus!"
Diesen Ausspruch, diesen unverschämten,
brachte Jesus nun vor aller Ohren 'raus.

Vor den Augen aller dieser Leute
stand der Lahme auf und nahm sodann sein Bett.
Weil er sich an seiner Heilung freute,
pries und lobte er Gott nun von A bis Z.

Alle staunten über dies Geschehen.
Unglaublich und wunderhaft war es für sie.
Seltsam schien für sie, was sie gesehen.
Dieser Jesus war wahrhaftig ein Genie.

Manchmal muss zur körperlichen Heilung
auch die Sünde erst von Gott bereinigt sein.
Leib und Seele kenne keine Teilung.
Heil und Segen dringen bis in Mark und Bein.

LUKAS 5,17-26


Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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