DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
LEVI

Jesus lebte nicht als Eremit
und war nicht verbissen religiös.
Jesus aß gern und mit Appetit.
Manche fanden das schon skandalös.

Dass er sogar mit den Sündern aß,
dass man ihn zu jeder Party lud,
dass er bei den reichen Leuten saß,
fanden Superfromme gar nicht gut.

Einmal sah er einen Mann vom Zoll,
der das Geld kassierte für den Staat,
der es an Besatzer abführn soll.
Man stand unter römischem Diktat.

Dieser Zöllner saß an seinem Platz,
als ihn Jesus ganz direkt ansprach.
Er sagt zu ihm nur den einen Satz:
"Levi!" - sprach er, "Folge du mir nach!"

Er ließ sofort alle Sachen stehn.
er stand auf und folgte Jesus nach.
Und er sagte: "Lasst uns zu mir gehn,
weil ich euch ein schönes Essen mach!"

Er lud Jesus und die Jünger ein,
richtete die große Mahlzeit aus.
Feiern wollte man und glücklich sein.
Andre Zöllner kamen auch ins Haus.

Jesus sprach und hörte ihnen zu.
Fröhlich schwangen Gläser bei dem Fest.
Lachen klang heraus. Nichts war tabu.
Nur von draußen drang deutlich Protest.

"Wieso esst ihr mit den Zöllnern hier?
Sie sind Sünder, halten nicht zum Land!"
Pharisäer fragten voll Begier
Jesus Jünger, neidisch, arrogant.

Jesus sprach für sie und sagte dann:
"Einen Arzt braucht keiner der gesund!
Den bedarf der Kranke! - Denkt daran!
Ebenso der, der im Herzen wund.

Ich bin da für Sünder! Die ruf ich,
dass sie umkehrn, dass sie Buße tun.
Nicht gerechte Menschen brauchen mich.
Die Gerechten in sich selber ruhn."

Fein ironisch wendet Jesus sich
an die Selbstgerechten vor der Tür.
Sie sind ganz korrekt und ordentlich,
doch das geht schon über die Gebühr.

Denn auf Kosten von den Sündern geht's.
Im Vergleich, da fühlen sie sich rein.
Nur die Gnade Gottes hilft uns stets,
rettet Menschen aus der Seelenpein.

LUKAS 5,27-32

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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