DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
ZWEIFEL

Zweifel ist der Bruder von dem Glauben.
Zweifel packt den Menschen dann und wann.
Zweifel kann das Fundament uns rauben.
Zweifel zieht uns magisch in den Bann.

Zweifel macht uns offen für das Neue.
Zweifel fällt Gemüt und Seele schwer.
Zweifel ist kein Gegenteil von Treue.
Zweifel macht uns sicher - hinterher.

Überall sprach man von Jesu Taten.
Jeder sprach von seiner Gotteskraft,
wie viel Menschen er bisher beraten,
wie er Menschen heilte - meisterhaft.

Davon hört Johannes auch, der Täufer.
Bis in seine Wüste dringt es vor.
Davon reden Reisende, Verkäufer.
Auch der Streit um Jesus kommt zu Ohr.

Alles über Jesus wird besprochen.
Mit den Freunden spricht er über ihn.
Und sein Glaube bleibt nicht ungebrochen.
Manches ihm doch zweifelhaft erschien.

So zum Beispiel, dass ein Toter lebte.
So zum Beispiel Streit im Heimatort,
dass er nicht noch mehr nach Höh'rem strebte.
Zweifelhaft erschien auch manches Wort.

Reicht das aus, um diese Welt zu retten?
Er hat sich das anders vorgestellt,
dass die Worte noch mehr Wirkung hätten.
Den Messias braucht die ganze Welt.

Was soll er, Johannes, denn nun glauben.
Ist das der, den Gott versprochen hat.
Soll er sich die Anfrage erlauben:
Kommst du wirklich hier an Gottes statt?

Von den Jüngern, die zu ihm gehörten,
schickt Johannes zwei zu Jesus hin,
dass sie sich bei Jesus mal empörten:
"Hat das Warten bei dir einen Sinn?

Bist du der, auf den wir alle warten?
Bist du der, der von Gott kommen soll?
Der Johannes sucht den Offenbarten,
den Messias sucht er hoffnungsvoll!"

Jesus hört die zweifelsvollen Fragen.
Und er sagt: "Schaut euch doch einfach um!
Ihr könnt meinem Freund Johannes sagen,
was ihr seht an Evangelium:

Taube hören und die Blinden sehen.
Menschen werden von dem Aussatz rein.
Tote leben und die Lahmen gehen.
Arme hören von dem Selig-Sein."

Und sie sahen, dass er viele heilte,
sehr viel Leiden nahm er ihnen fort,
wie er bei den Armen wirklich weilte,
seelisch Kranke heilte er vor Ort.

"Selig sind, die sich nicht an mir stören!"
sagte Jesus ihnen noch zum Schluss.
"Sagt Johannes, was ihr konntet hören.
Ich grüß ihn mit einem Bruderkuss."

LUKAS 7,18-23


Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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