DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
VOM SÄMANN

Ein Bauer ging aufs Feld,
zu sähen seinen Samen.
Er teilte reichlich aus -
Und schon die Vögel kamen.
Etwas fiel auf den Weg,
wo es die Vögel fraßen.
Zertreten wurd' es auch
Von Menschen auf den Straßen.

Etwas fiel auf den Fels,
es keimte kurz und heftig,
doch ohne Feuchtigkeit,
da wurde es nicht kräftig.
So ging es nur kurz auf,
doch konnt' es nicht bestehen,
verdorrte dann sehr schnell.
Man sah es bald vergehen.

Etwas fiel an den Rand,
wo Dorn und Distel leben.
Doch gegen dieses Kraut,
da konnt' es nur aufgeben.
Es wurde dort verdrängt.
Das Wildkraut war sehr mächtig.
Der Same ging zwar auf,
die Frucht blieb nur ganz schmächtig.

Doch fiel auf gutes Land
auch manches von dem Samen,
ging auf und trug sehr gut,
hundertfach Früchte kamen.
"Wer Ohren hat zu hör'n,
der höre diese Worte!"
sprach Jesus zu dem Volk,
zu Menschen hier am Orte.

Die Jünger fragten ihn,
"Womit willst du's vergleichen?"
Er sprach: "Ich sage euch,
ihr könnt den Sinn erreichen.

Ihr könnt von Gottes Reich
Geheimnisse verstehen,
doch and're können nicht
den Sinn dahinter sehen.
Sie sehen nur das Bild.
Sie hören nur die Worte.
Doch sie erkennen nicht
Das himmlische der Sorte.

Das Gleichnis sagt euch dies:
Der Same ist Wort Gottes.
Und was auf den Weg fällt
Ist teuflischen Komplottes.
Die Menschen hören Gott.
Doch wird aus ihren Herzen
das Wort geraubt, zerstört,
statt Seligkeit gibt's Schmerzen.

Das aber auf dem Fels,
sind Menschen, die es hören,
mit Freude fängt es an;
sie wollen auf Gott schwören.
Sie glauben kurze Zeit,
doch Wurzeln fehlen ihnen.
So fallen sie schnell ab;
es fällt schwer Gott zu dienen.

Was unter Dornen fiel
erstickt unter den Sorgen,
dem Reichtum und der Lust.
So gibt es auch kein Morgen.
Sie woll'n an jedem Tag
die Freuden nur des Lebens
und bleiben ohne Frucht.
Die Gaben sind vergebens.

Das auf dem guten Land,
sind die, die das Wort hören,
die wurzeln tief in Gott
und lassen sich nicht stören.
In feinem, guten Herz
behalten sie die Dinge,
auf dass man gute Frucht
mit viel Geduld erbringe.

LUKAS 8,4-15


Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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