DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
SATT UND ZUFRIEDEN

Ohne Brot und ohne Tasche,
ohne Stab und ohne Geld
sandte Jesus seine Jünger
kraft- und geistvoll in die Welt.

Um von Gottes Reich zu reden;
Kranke machten sie gesund.
Allen Menschen, die sie trafen,
taten sie von Jesus kund.

Nicht einmal ein Hemd zum Wechseln
nahmen Jesu Jünger mit.
Unbeschwert von allen Lasten
gingen sie mit festem Schritt.

Und sie fanden viele Freunde.
Mancher nahm sie gastfrei auf.
Dorf für Dorf sprach man von Jesus,
nahm die Botschaft ihren Lauf.

Wenn sie nicht willkommen waren
schüttelten sie ihren Staub
von den Füßen und dann ging es
zu dem Nächsten, - mit Verlaub.

Ganz begeistert, voller Freude
und erfüllt von dem Gescheh'n
trafen sich die Jünger Jesu.
Mensch, das war ein Wiederseh'n!

Sie berichteten von allem
ihrem Meister, ihrem Herrn.
Doch der sprach: "Kommt, lasst uns gehen!
Jetzt braucht's Zeit für uns intern."

Und so zogen sie sich alle
in die stille Welt zurück.
Etwas abseits von Betsaida
fanden sie ein schönes Stück.

Und sie setzten sich zum Rasten
und zum Reden in den Sand.
Alle hofften auf die Ruhe,
dass man Zeit zum Austausch fand.

Doch schon kamen ein paar Kranke.
Denn sie hatten es gehört,
wo sie Jesu Mannschaft finden.
Keiner dachte, dass man stört.

Jesus ließ sie sich dort lagern,
fragte jeden, wie's ihm geht,
heilte Kranke, half den Menschen,
weil er ihre Not versteht.

Auch die Predigt vom Reich Gottes
traf die Menschen tief ins Herz,
heilte ihren Seelenkummer,
half zurecht bei großem Schmerz.

Immer mehr aus allen Dörfern
kamen zu der Stelle hin,
wo sie Jesus selber trafen,
wo sie fanden Heil und Sinn.

Ungefähr fünftausend Männer
und die Frauen noch dazu
zählten schon die Jünger Jesu.
Es war aus mit ihrer Ruh.

"Schick sie heim in ihre Häuser!"
baten sie den Meister dann.
"Bald wird's Abend, dann gibt's Hunger.
Wer will speisen so viel Mann?

Lass sie gehen in die Dörfer
und die Höfe um uns 'rum.
Ende, Aus für heute Abend
mit dem Evangelium!"

Jesus sagt: "Gebt ihnen Essen!
Wie viel habt ihr denn dabei?"
"Nur fünf Brote." gab's zur Antwort.
"Und von Fischen hat es zwei.

Doch das reicht nicht! Soll'n wir gehen,
Essen kaufen in der Stadt?
Nur, - wer will denn das bezahlen?
Wer kriegt diese Menge satt?"

Jesus sagt: "Lasst sie sich setzen!
Immer fünfzig Mann im Kreis."
So geschah es; alle folgten;
alle saßen solcherweis.

Dann nahm Jesus die fünf Brote
und die Fische in die Hand,
sah zum Himmel, sprach den Dank aus,
ein Gebet an Gott gesandt.

Danach brach er alle Brote,
gab's den Jüngern: "Jetzt teilt aus!
Jeder nehme, jeder esse!
Keiner muss deshalb nach Haus'."

Keiner weiß, wie es geschehen.
Alle aßen, wurden satt.
Ob vielleicht der ein', die andre
noch was in der Kiepe hatt'?

Alle teilten, alle speisten,
keiner ging hier hungrig fort.
Noch zwölf Körbe voller Reste
fanden Jesu Jünger dort.

Wer Gott dankt, der ist gesegnet.
Jeder, der mit andern teilt,
spürt, dass Gastfreiheit und Freundschaft
Segen in sich trägt und heilt.

LUKAS 9,1-6 und 10-17

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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