DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
KLARHEIT UND VERKLÄRUNG

Jesus brauchte für sich immer wieder Stille,
abseits von den Menschen und der Stadt.
Das Gespräch mit Gott, dem Vater, war sein Wille.
Gottes Worte stärkten ihn und machten satt.

Manchmal ist er auch auf einen Berg gegangen.
Dabei nahm er einmal noch drei Jünger mit.
Petrus hat an seinen Worten sehr gehangen.
Auch Jakobus und Johannes hielten Schritt.

Oben angekommen fanden sie die Ruhe.
Seine Jünger waren müde von dem Tag.
Simon Petrus machte gar nicht viel Getue,
er schlief ein und auch die andern, - wo man lag.

Aber Jesus schlief nicht, sondern wollte beten.
Mit dem Vater war er jetzt ganz unter sich.
Die Veränderung ist spürbar eingetreten.
Seine Heiligkeit war jetzt auch äußerlich.

Ganz verändert im Gesicht und im Erscheinen,
selbst die Kleidung strahlte weiß und war voll Glanz.
Mensch- und Göttlichkeit, die konnten sich vereinen.
Er verkörperte die heilige Allianz.

Plötzlich standen dort zwei Männer ihm zur Seite.
Der Elia und der Mose waren das.
Auch bei ihnen strahlte jene Himmelsweite.
Und sie redeten dort ohne Unterlass.

Als der Petrus und die andern zwei erwachten,
sah'n sie Jesus mit den Männern ganz verklärt.
Und sie hörten, wie sie sich Gedanken machten
über Jesu Ende, das ihm widerfährt,

was sich in Jerusalem erfüllen sollte,
was der Herr schon ihnen angedeutet hat.
Petrus spürte, dass er dies nicht wollte.
Lieber träumte er von einer Himmelsstadt.

"Meister!" sprach er freudig. "Hier könnten wir wohnen.
Dieser Ort ist gut. Wir wollen Hütten bau'n.
Dieses würde sich doch für uns alle lohnen:
Eine Gottesstadt voll Liebe und Vertrau'n.

Häuser bauen wir für jeden der Propheten,
eine Hütte bauen wir hier nur für dich.
Täglich könnten wir hier miteinander beten,
und wir lebten miteinander brüderlich."

Doch er wusste nicht, was er soeben sagte.
Eine Wolke tauchte auf in dem Moment.
Sie erschraken als der Schatten überragte.
Nebel nahm die Sicht am Firmament.

In den Bergen können schnell die Wolken kommen.
Trotzdem kriegten alle Jünger einen Schreck,
denn sie haben eine Stimme noch vernommen.
Gott sprach aus der Wolke wie aus dem Versteck.

"Diesen Sohn erwählte ich, den sollt ihr hören!"
sprach die Stimme aus der Wolke kurz und klar.
Trotzdem musste die Erscheinung sie verstören,
Gottes Nähe war für sie so offenbar.

Als die Wolke wich, stand Jesus ganz alleine.
Sprachlos standen nur die Jünger um ihn 'rum.
In Gedanken war man; still schwiegen die Haine.
Über dies Ereignis blieb man lange stumm.

Wo Gott redet, kommen Menschen in das Schweigen.
Wo Gott spricht, wird auch Verklärtes wieder klar.
Das Gebet kann in der Ausstrahlung sich zeigen.
Auch im Nebel nimmt man Gottes Nähe wahr.

Wenn man betet, ist man nie für sich alleine!
Wer mit Gott spricht, ist schon mindestens zu zweit.
Im Gebet kommt man mit sich und Gott ins Reine.
Im Gebet zeigt Gott uns seine Herrlichkeit.

LUKAS 9,28-36

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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