DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
HEILUNG EINES JUNGEN

"Meister! Ich bitte dich, sieh nach meinem Sohn!
Er ist mein einziger! Mein Sohn ist mein Leben!
Jesus! Ich sage dir, da ist ein Dämon,
der will ihn zerreißen, der lässt ihn erbeben.
Mein Sohn schreit plötzlich auf
Und hat Schaum vor dem Mund.
Ist das sein Lebenslauf?
Mach du ihn doch gesund!

Siehe, ich fragte schon bei der Jüngerschar,
ob sie helfen könnten, den Geist zu vertreiben.
Doch sie konnten es nicht. Er scheint unheilbar.
Muss dieses Furchtbare denn jetzt immer bleiben?
Meine Hoffnung bist du!
Blick du nach meinem Sohn.
Es reißt ihn immerzu.
Tritt du doch in Aktion!"

"O Volk!" sagte Jesus, "Du falsches Geschlecht!
Wie lang soll ich hier sein und muss euch erdulden?
Gottlos und ungläubig, bei euch ist nichts recht.
Was bürdet ihr auf euch unendliche Schulden?
Bring du deinen Sohn her.
Ich schaue ihn mir an.
Für Gott ist nichts zu schwer.
Wohl dem der Glauben kann."

Der Geist riss und zerrte und beutelte ihn
g'rad als sie kamen und vor Jesus standen.
Doch Gott hatte Jesus die Kräfte verlieh'n,
den Jungen zu heilen, der Geist ging abhanden.
Mit Worten bedroht er
den Geist, und der verschwand.
Die Menschen staunten sehr,
weil keiner das verstand.

Das Volk stand erschrocken, geschockt von der Macht
die sich ihnen zeigte in Jesus, dem Meister.
Verwundert und staunend hat jeder gedacht:
"Was ist das für einer? Auf den hören Geister!"
Und sie fürchteten sich
vor Gottes Herrlichkeit.
Es war ja öffentlich,
das Kind hat er befreit.

"Freunde!" sagte Jesus, "Sperrt die Ohren auf.
Lasst die Worte wirken, die ich euch jetzt sage:
Denn der Menschensohn wird in dem Lebenslauf
leiden unter Menschen bis zur Niederlage."
Sie verstanden ihn nicht
und keine Antwort kam,
begriffen nicht die Sicht
und fragten nicht aus Scham.

Glaube kommt g'rade nicht durch Wunder herbei.
Oft folgen nur Zweifel und großes Erschrecken.
Und doch: dass Gottes Kraft so wirkungsvoll sei,
das können die Menschen durch Wunder entdecken.
Groß ist die Furcht vor Gott.
Der Mensch fühlt sich ganz klein.
Aus Angst erwächst der Spott.
Davon will Gott befrein!

LUKAS 9,37-45

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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