DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
DIE FOLGEN DER NACHFOLGE

Wer mit Jesus gehen möchte, braucht viel Mut.
Wer so leben will, wie Jesus, der muss wissen:
das erfordert ganzen Einsatz - absolut,
der muss manches auch im Leben dafür missen.

Viele Menschen sprachen ihn an auf dem Weg.
Einer sagte zu ihm: "Ich will mit dir gehen.
Wo du hingehst, komm ich mit dir im Kolleg."
Jesus zeigte ihm, zu seinem Wort zu stehen:

"Jeder Fuchs hat eine Grube, einen Bau.
Und die Vögel haben Nester unterm Himmel.
Doch der Sohn der Menschen weiß es nie genau,
wo er nächste Nacht liegt unterm Sterngewimmel."

Einen andern sprach er selbst an: "Folg mir nach!"
Dieser hatte seinen Vater g'rad verloren.
Daher kam es, dass er nun zu Jesus sprach:
"Ich will gern dir folgen, hab ich mir geschworen.

Doch zuvor muss ich noch trauern, - so ist's Brauch.
Ich muss erst noch ihn begraben! Herr, erlaube,
dass ich später zu dir komme. Mich braucht auch
die Familie. Das ist Sitte und mein Glaube."

Jesus sagte zu dem Manne: "Lass es sein!
Lass die Toten sich begraben von den Toten.
Komm, erzähl doch vom Reich Gottes! Lad selbst ein
zu dem Leben mit Gott!" hat er ihm geboten.

Noch ein dritter sprach zu Jesus: "Ich folg dir!
Herr, ich gehe hinter dir her. Doch erlaube,
dass ich vorher Abschied nehme im Haus hier.
Nach dem Lebewohl mach ich mich aus dem Staube."

Jesus aber sagte diesem: "Wer die Hand
an den Pflug legt und zurücksieht, ist nicht passend.
Wer sich so schnell lässt ablenken, wird erkannt,
als nicht fähig sich auf Gott ganz einzulassend."

Ob sie trotzdem Jesus folgten? Wer weiß das?
Davon steht in unsrer Bibel nichts geschrieben.
Doch wir spüren, dieses Mitgehn kostet was,
nämlich eindeutiger Wille, ihn zu lieben.

Auch die Liebe braucht Entscheidung: Wem folgst du?
Was ist wichtig jetzt: nach vorne oder hinten?
Jesus löst nicht deine Frage, sieht nur zu,
einzuladen, ihm zu folgen, Gott zu finden.

Lieber soll'n wir heimatlos sein, - doch mit Gott!
Lieber soll'n wir Heil verkünden und das Leben!
Lieber sollen wir uns lösen aus dem Trott,
statt selbst gottlos tot an Heim und Haus zu kleben.

LUKAS 9,57-62

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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