DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
LEBENSAUFGABE

Auf der Reise setzte Jesus
zweiundsiebzig Jünger ein,
die er in die Städte sandte,
wo er selber wollte sein.

Immer zwei und zwei zusammen,
schickte er sie vor sich her
in die Orte Richtung Süden,
durch die Landschaft kreuz und quer.

Jesus sprach bevor sie gingen:
"O, die Ernte ist sehr groß.
Doch nur wenige, die helfen.
Ihr geht heute für mich los.

Bittet doch den Herrn der Ernte,
dass er noch mehr Menschen schickt,
um die Früchte einzuholen.
Und seid deshalb nicht geknickt.

Geht nun hin, weil ich euch sende.
Es wird schwer, was ihr jetzt tut.
Wie die Lämmer unter Wölfe
schicke ich euch. Ihr braucht Mut.

Ihr braucht keine große Tasche,
keine Schuhe und kein Geld,
denn Gott wird schon für euch sorgen.
Ihr seid bei ihm angestellt.

Haltet euch nicht auf mit Grüßen,
macht kein lang Palaver draus.
Wenn ihr kommt, so sollt ihr sagen:
‚Friede sei in diesem Haus!'

Ist dort dann ein Kind des Friedens,
wird der Friede auf ihm ruh'n.
Doch es wird auch Menschen geben,
die den Segen selbst vertun.

Dann wird sich der Friede Gottes
wieder wenden zu euch hin.
Gastfreundschaft für Gottes Boten
war schon immer ein Gewinn.

Bleibt in einem Hause wohnen.
Esst und trinkt, was man euch gibt.
Nichts soll unrein euch erscheinen,
wo man Gott von Herzen liebt.

Jeder kocht auf seine Weise.
Mancherart wird Gott geehrt.
Nehmt es an als Gottes Boten.
Arbeit ist des Lohnes wert.

Nehmen sie euch auf in Städten,
esst, was man auch vorgesetzt,
heilt die Kranken, helft den Menschen,
lindert Schmerzen, wer verletzt.

Und erzählt vom Reiche Gottes.
Sagt: ‚Es ist euch nahe schon!
Nahe ist euch Gottes Liebe.
Nahe ist der Menschensohn.'

Wollen sie nichts davon hören,
und wenn man euch nicht aufnimmt,
schüttelt ab den Staub der Stätte.
Auf den Straßen sprecht ergrimmt:

‚Gottes Reich kommt, sollt ihr wissen.
Doch ihr seid dafür nur taub.
Wir woll'n an den Füßen tragen
nicht von dieser Stadt den Staub.'

Sodom wird es besser gehen,
angenehmer als der Stadt,
die die Heilszeit nicht erkannte,
die euch nicht gewürdigt hat."

LUKAS 10,1-12

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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