DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
GÖTTLICHE FREUDE

Alle sind sie losgezogen,
zweiundsiebzig an der Zahl.
Als sie später wiederkamen
war die Freude kolossal.

Fröhlich sprachen sie zu Jesus:
"Es ist toll, Herr, was wir sah'n.
Denn uns sind in deinem Namen
auch die Geister untertan."

Darauf antwortete Jesus:
"Ich sah, wie der Satan fiel!
Wie ein Blitz fiel er vom Himmel.
Seine Macht kam nicht ans Ziel.

Seine Kräfte sind gebrochen.
Er klagt euch nun nicht mehr an.
Er hat keinen Platz im Himmel,
überwältigt ist sein Bann.

Seht, ich hab euch Macht gegeben,
wo auch immer ihr mal steht,
ob ihr über gift'ge Schlangen
oder Skorpione geht.

Nichts und niemand soll euch schaden,
auch nicht die Gewalt vom Feind.
Ihr habt Macht mit meinem Namen,
denn ihr seid mit mir vereint.

Freut euch nicht, dass euch die Geister
untertan gewesen sind.
Freut euch mehr, dass ihr mit Name
Gott bekannt seid als sein Kind.

Meh als eure Gnadengaben,
mehr als ihr für Gott je tut,
zählen in dem Himmel Namen!
Aufgeschrieben sind sie gut.

Freut euch, dass ihr eingeschrieben
in die Liste Gottes seid.
Diese Freude wird euch tragen
bei Verspottung und durch Leid."

Jesus war so voller Freude,
dass er jubelte voll Geist:
"O! Ich preise dich, mein Vater,
der du alle Dinge weißt.

Herr des Himmels und der Erde!
Selbst die Klugen wissen nicht
und den Weisen ist verborgen,
was du kundtust klar und schlicht.

Einfachen und kleinen Leuten
hast du göttlich offenbart
deinen Willen, deine Wahrheit,
deinen Geist und deine Art.

Ja, das hat dir so gefallen,
Vater, du hast Freude dran,
dass der unmündige Trottel
dich als Gott erkennen kann.

Alles hast du mir gegeben.
Niemand kennt echt deinen Sohn.
Nur du, Vater, kennst mich eben,
und ich kenn dich auf dem Thron.

Und es soll dich auch erkennen,
wem ich's offenbaren will.
Du wirst sichtbar für die Kleinen.
Für die Großen bleibt es still."

Jesus sprach zu seinen Jüngern,
sagte ihnen nur allein:
"Was ihr seht mit euren Augen,
- selig soll'n die Augen sein!

Denn es wollten schon Propheten
und auch Könige gern sehn,
was ihr seht und was ihr wahrnehmt.
Jene sah'n nicht das Gescheh'n.

Und sie wollten gerne hören,
was ihr hört mit euren Ohr'n.
Jenen blieb es still verschlossen.
Ich hab euch dazu erkor'n."

LUKAS 10,17-24

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

zurück