DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
ZEICHEN

Menschen gab's zu allen Zeiten,
die nur glauben, wenn sie sehn
Wunder, Heilungen und Zeichen,
- und am liebsten davon zehn.

"Kannst du uns ein Zeichen geben?
Zeige du uns deine Macht!"
so bedrängten sie ihn fordernd.
"Hast du uns was mitgebracht?" -

fragten sie wie kleine Kinder,
denn sie wollten etwas sehn
davon dass er Gottes Sohn war.
Und sie wollten ihn versteh'n.

Manche Heilung, manches Wunder
hatten sie schon miterlebt.
Doch das machte sie fast süchtig,
weil das ihre Stimmung hebt.

Sie bekamen von den Wundern
und von Zeichen nie genug.
Und sie wollten überprüfen:
War es echt oder Betrug?

"O, dies Volk, o, diese Menge!
Böse ist es dies Geschlecht!
Es versteht nicht die Propheten.
Es versteht mein Wort nicht recht."

sagte Jesus und ergänzte:
"Ihr kennt Jona, den Prophet,
der im Bauch des großen Fisches
mit Gott sprach ein Stoßgebet,

der dann später für die Leute
in der Großstadt Ninive
zu dem Zeichen Gottes wurde.
Alle schrieen ‚Ojemine'.

Das, was damals der Prophet war,
das ist heut der Menschensohn.
Zeichenhaft und doch ganz deutlich
zeigt er euch Gott in Person.

Und die Königin von Saba
wird einst kommen zum Gericht,
wo Gott über alle Menschen
sein gerechtes Urteil spricht.

Sie wird dies Geschlecht verdammen.
Sie kam einst vom End' der Welt,
denn man hatte von der Weisheit
Salomons ihr viel erzählt.

Sie sah in ihm Gottes Zeichen.
Deshalb suchte sie ihn auf,
nahm die lange schwere Reise
für dies Zeichen gern in Kauf.

Jede Zeit hat ihre Zeichen.
Ihr seht mehr als Salomo.
Ihr seht mehr als nur den Jona.
Vor euch steht das A und O."

Jesus redete und merkte:
dies Geschlecht versteht ihn nicht.
Es wird später erst im Himmel
ihn versteh'n im Weltgericht.

Nicht ein einzelnes der Wunder,
nicht die eine Heilungstat
wird die Leute überzeugen.
Immer heißt das Resultat:

"Zeige uns mehr deiner Kräfte,
denn es könnte Zufall sein.
Du musst es uns schon beweisen,
zeig uns deinen Heil'genschein."

Jesus selbst ist Gottes Zeichen.
Er war Zeichen seiner Zeit.
Er ist wirklich der Sohn Gottes
und bleibt es in Ewigkeit.

LUKAS 11,29-32

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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