DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
MUT ZUM BEKENNTNIS

Wenn Jesus sprach, dann ging man hin,
ob Arbeiter, ob Künstlerin.
Zehntausend kamen zu dem Mann,
weil dieser so gut reden kann.

Sie drängelten und knufften sich.
Sie traten gar - nicht zimperlich.
Ganz eng stand man auf du und du.
Und alle hörten Jesus zu.

Mal sprach er leise, mal ganz laut
zunächst zu denen, die vertraut,
die Jünger und die Freunde war'n.
Er sprach nicht gleich zu Menschenschar'n.

"Hütet euch bloß vor Heuchelei,
dass keiner nur scheinheilig sei!
Bei Pharisäern ich euch zeig,
die Krankheit ist wie Sauerteig.

Der setzt sich durch das ganze Mehl.
Die Heuchelei verdirbt die Seel'.
Seid keine Schauspieler vor Gott.
Sonst seid ihr innerlich bankrott.

Gott kennt euch doch. Er kennt euch gut.
Er weiß doch alles, was ihr tut.
Nichts ist verborgen, nichts geheim.
Geht Heuchlern nicht auf ihren Leim!

Vor Gott wird alles offenbar,
auch das, was hinter Mauern war.
Auch was ihr flüstert heimlich, leis,
gibt man im Nachbarhause preis.

Drum, meine Freunde, sage ich:
Habt keine Angst vorm Tod an sich.
Habt aber Angst vor Gottes Macht.
Bei ihm ist Ehrfurcht angebracht.

Nicht weil er töten kann den Mann.
Weil er zur Hölle werfen kann, -
drum fürchtet ihn und seine Macht.
Ich sag noch mal: gebt auf ihn acht!

Gott weiß um alles, was geschieht,
weil er bis in die Herzen sieht.
Er zählt die Haare auf dem Kopf.
Er weiß die Anzahl in dem Zopf.

Und er vergisst auch nicht den Spatz,
der durch den Markt hüpft auf dem Platz.
Ihr seid Gott wert, mehr reich als arm,
mehr als ein ganzer Spatzenschwarm.

Und deshalb fürchtet euch nun nicht,
auch nicht vor seinem Weltgericht.
Ihr seid doch Gott die Liebe wert,
dass er mit seinem Sohn euch ehrt.

Ich sage euch: Wer mich bekennt,
wer andern meinen Namen nennt,
wer zu mir vor den Menschen steht,
dass der in Gottes Reich eingeht.

Zu dem bekennt der Menschensohn
sich vor den Engeln und dem Thron.
Doch wer mich leugnet öffentlich,
zu dem steh ich nicht brüderlich.

Der Menschensohn verleugnet ihn.
Bei Engeln ist er schon verschrien.
Den Boten Gottes wird gesagt:
"Ist unbekannt!" - auch wenn er klagt.

Ein Wort vergibt der Menschensohn,
das gegen ihn gerichtet schon.
Doch lästert einer Gottes Geist,
vergibt er nicht. Geduld zerreißt.

Habt keine Angst vor eurem Wort,
selbst nicht vor Mächtigen am Ort.
Auch bei Behörden und Gericht
bestimmt der Geist, was einer spricht.

Euch leitet Gottes heil'ger Geist.
Auch wenn die Frage feist und dreist.
Er wird euch leiten, was ihr sagt.
Seid, wenn ihr redet, nicht verzagt."

LUKAS 12,1-12

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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