DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
JEDEN TAG KANN ER KOMMEN

"Ihr sollt leben, so als ob er morgen käme!"
sagte Jesus zu den Jüngern seinerzeit.
"Passt auf, dass euch falsche Sicherheit nicht lähme.
Seid für seine Ankunft jederzeit bereit!

Stellt euch vor, ihr seid die Diener eines Herren.
Dieser Herr war nun schon lange Zeit verreist.
Ihr sollt nicht nur nachts die Tür vom Haus zusperren.
Alle Aufgaben hat er euch eingekreist.

Denn ihr sollt nun all sein Hab und gut verwalten.
Ihr sollt sähen, ernten und euch kümmern um
- um die Häuser, um die Ställe, um die Alten,
um die Knechte und sonst alles Drumherum.

Ihr wisst nicht von eurem Herrn, wann kommt er wieder?
Nur dass wenn er kommt, er sicher schaut, wie's steht.
In dem Haus guckt er, und er fragt alle Glieder,
wie es ihnen und wie's seinen Gütern geht.

Glücklich ist der gute, redliche Verwalter,
der die Arbeit tat gewissenhaft und treu.
Durch die Klugheit ist er nicht nur ein Erhalter.
Durch sein Handeln wirkt das Alte oft wie neu.

Sein Herr kann und wird ihm Großes übertragen.
In ihm hat er einen ordentlichen Knecht.
Keiner seiner Mitarbeiter kann hier klagen.
Er gibt jedem, was er braucht und ist gerecht.

Doch Verwalter, die in ihrem Herzen denken
"Ach, das dauert! Mein Herr kommt noch lange nicht!"
die verschwenderisch die Güter sich selbst schenken,
- über die hält dann der Hausherr das Gericht.

Wer nur säuft und frisst und ständig Feste feiert,
wer nur seine Mitarbeiter schlägt und schikaniert,
wer Besitzverhältnisse nicht kennt und nur verschleiert,
der hat sich selbst vor dem Herrn, der kommt, blamiert.

Wenn der wiederkommt, wird er ihn überraschen.
Dann gibt's Schläge, dann bestraft er ihn
für die Arbeiten, die er tat, für die laschen,
wird ihm dann der Lohn der Gottlosen verlieh'n.

Der Verwalter hat den Herrn so nicht erwartet.
Doch er kannte dessen Willen sehr genau.
Seine Arbeit ist ihm deshalb so entartet,
weil er selbstbezogen war und viel zu lau.

Denn der Hausherr und Besitzer wird viel fordern
von dem Menschen, dem er sein Gut anvertraut.
Wem er etwas gab, den wird er zu sich ordern.
"Wie hat er verwaltet?" - so wird dann geschaut.

Deshalb seid auf seine Ankunft vorbereitet.
Auch der Menschensohn kommt dann, wenn Ihr's nicht meint.
Von Erwartung sei das Leben her geleitet.
Selig ist der wachsam ist, wenn er erscheint.

Ihr sollt auf ihn warten, wie auf jenen Herren,
der von einer Hochzeit spät nach Hause kehrt.
Lasst die Lampen brennen, bleibt wach, aufzusperren.
Wenn er euch so findet, fühlt er sich geehrt.

Er wird dann für euch die Schürze sich umbinden.
Er geleitet euch ganz höflich an den Tisch.
Danach werdet ihr als Diener ihn selbst finden.
Wenn er so kommt, ist das Leben träumerisch.

Ihr könnt nicht berechnen, wann wird er wohl kommen,
kommt er spät am Abend oder Mitternacht?
Seid ihr vorbereitet lebt ihr nicht verschwommen.
Die Erwartung hat euch klar und gut gemacht.

Was zu tun und wichtig ist, werdet ihr kennen.
Ihr wisst, alles Gut und Gaben sind gelieh'n.
Lasst die Gürtel um und eure Lampen brennen!
Denn wo Licht brennt, weiß er: Ihr erwartet ihn!"

LUKAS 12,35-48

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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