DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
FEUER

Feuer will ich hier entzünden auf der Erde!
Ach, am liebsten wär' mir, dass es schon längst brennt!
Ach, dass alle Welt zu Gott sich schon bekehrte,
dass ein jeder schon die Zeichen der Zeit kennt.

Vorher muss ich durch den Tod wie bei der Taufe.
Ach, mir ist vor dem, was kommt, ganz Angst und bang.
Es gibt durch mich Streit und Zwietracht und Geraufe.
Bis zum Frieden auf der Erde dauert's lang.

In den Häusern und Familien wird man streiten,
Leben fünf dort, streiten drei dort gegen zwei.
Vater und Sohn steh'n auf zwei verschied'nen Seiten.
Zwischen Mutter und der Tochter gibt's Geschrei.

Seht ihr an dem Himmel eine große Wolke,
sagt ihr: "Es gibt Regen!" und es wird gescheh'n.
Weht von Süden her der Wind, weiß man im Volke,
dass es heiß wird! Das könnt ihr im Voraus seh'n.

Warum könnt ihr nicht die Zeitzeichen erkennen?
Warum seht ihr bei euch selbst nicht: was ist recht?
Nur bei Erd' und Himmel könnt ihr es benennen.
Was die Stunde schlägt, da urteilt ihr ganz schlecht.

Noch bevor ein Streitfall kommt vor einen Richter,
geht man zu dem Gegner und bemüht sich drum,
dass man einigt sich und findet einen Schlichter,
dass man kommt um seine Strafe drum herum.

Nicht dass man am Ende im Gefängnis landet.
Denn ich sag dir: Von dort kommst du nicht heraus.
Bis zum letzten Heller Gitter dich umrandet.
Alle Schuld treibt man dir durch die Strafe aus.

LUKAS 12,49-59

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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