DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
TÜREN

Wie viel Türen stehen dir im Leben offen?
Und durch wie viel Tore wirst du jemals geh'n?
Wie viel hast du schon verschlossen angetroffen?
Welche Tür bleibt zu und du musst draußen steh'n?

Jesus kam auf seinem Weg durch viele Orte.
Um die Städte gab es Mauern ringsherum.
Nachts und abends ging man durch die enge Pforte,
streng bewacht war dieses Tor für's Publikum.

Doch weil Jesus keine feste Bleibe hatte,
nahmen viele Menschen Jesus gastfrei auf.
Er fand um zu schlafen immer eine Matte.
Viele Türen öffneten sich im Verlauf.

So ist er Richtung Jerusalem gezogen.
Unterwegs, da sprach ihn einmal jemand an:
"Meinst du Gott ist nur sehr wenigen gewogen?
Meinst du, dass nicht jeder selig werden kann?"

Jesus sprach: "Ihr solltet richtig darum ringen!
Denn die Pforte zu dem Himmel ist sehr eng.
Vielen, die es wollen, wird es nicht gelingen.
Kämpft darum!" - so sagte Jesus ziemlich streng.

Er begann von einem Hausherrn zu erzählen:
"Dieser feierte ein Fest in seinem Haus.
Er erwartete die Gäste in den Sälen.
Schließlich ging es los mit Saus und Braus.

Er schloss zu die Türen hinter seinen Gästen,
schrieb "Geschlossene Gesellschaft" draußen dran.
Ungestört steigt gut die Stimmung auf den Festen.
Plötzlich klopften einige von draußen an.

Stellt euch vor, ihr seid die, die da draußen stehen.
Und ihr ruft nach drinnen: ‚Herr, mach uns doch auf!'
Und von drinnen heißt es: ‚Ich kann euch nicht sehen!
Ach, ich kenn euch nicht! Woher kommt ihr herauf?'

Weiter redet ihr durch die verschlossnen Türen.
Ihr wart schlicht zu spät, nicht rechtzeitig zum Fest.
Ihr versucht mit ihm noch ein Gespräch zu führen,
damit euch der Herr noch zu den Gästen lässt:

‚Weißt du nicht, wir haben mal mit dir gegessen?
Und in unsern Städten hast du mal gelehrt!'
Und von drinnen heißt es: ‚Habt ihr mich vergessen?
Nun kenn ich euch nicht. Bei mir seid ihr verkehrt!'

Durch die Fenster seht ihr alle Gäste sitzen,
eure Ahnen und Propheten auch dabei.
Ach, wie konntet ihr das Fest denn nur verschwitzen?
Ihr seid ausgeschlossen, drinnen sind sie frei!

Euch ist kalt! Ihr müsst mit euren Zähnen klappern.
Und zum Heulen ist euch innerlich zumut.
Es hilft nichts und niemand, auch nicht euer Plappern.
Und durch Weinen wird es auch nicht wieder gut.

Ja, so wird es sein auf Gottes großen Festen.
Überall kommen sie her aus Gottes Reich,
ob von Nord und Süden, Osten oder Westen.
Doch bleibt mancher draußen, wie in dem Vergleich.

Passt auf! Es sind Letzte, die die Ersten werden.
Und die Ersten werden ganz zuletzt dann sein.
Doch darüber nützen auch keine Beschwerden.
Gott bestimmt, wer geht zum Himmel, zu ihm ein."

Jesus musste dabei an die Juden denken,
die sich sicher fühlten: Sie steh'n in dem Bund!
Denn durch ihre Selbstgefälligkeit verschenken
sie von Gott die Einladung und deren Grund.

In der Kirche gibt es auch die vielen Leute,
die sich denken, ihre Mitgliedschaft reicht aus,
die nicht leben wollen Jesu Worte heute,
die die offnen Tür'n nicht seh'n zu Gottes Haus.

LUKAS 13,22-30

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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