DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
NOTFALL

Wieder mal an einem Sabbat,
wieder lauern sie ihm auf,
wiederum bei Pharisäern,
wieder antwortet er drauf.

Wieder mal war'n sie beim Essen,
wieder schauten sie auf ihn,
wiederum ging es um Heilung,
wieder wurd' ihm nicht verzieh'n.

Da war einer wassersüchtig,
Herz und Nieren litten schwer.
Dieser stand nun hier vor Jesus.
Jesus kannte sein Begehr.

Und er spürte die Gedanken
von den Menschen drum herum.
"Darf man heilen an dem Sabbat?"
fragte er. Doch blieb es stumm.

Alle schwiegen auf die Frage.
Denn es war für alle klar,
dass - so wie sie es verstanden -
dies für sie verboten war.

Jesus aber hatte Mitleid,
war nicht herzlos, - so wie sie.
Er berührte nun den Kranken.
Was er tat war Therapie!

Mitten in der großen Runde
heilte er und ließ ihn geh'n.
Wieder tat er hier ein Wunder.
Keiner konnte das versteh'n.

Jesus spürte ihre Blicke
und Gedanken darin auch.
Deshalb stellte er die Frage:
"Sagt, wie ist es bei euch Brauch:

Fällt am Sabbat in den Brunnen
euer Ochse oder Kind, -
wer würd' nicht zu Hilfe eilen,
würde helfen ganz geschwind?"

Keiner gab ihm eine Antwort,
denn die Antwort war ganz klar.
Würde einer jetzt was sagen,
wär' ihr Irrtum offenbar.

Gottes Heil für Leib und Seele,
braucht man wie das täglich Brot.
Ob beim Essen oder Heilen:
Liebe hilft aus aller Not.

LUKAS 14,1-6

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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