DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
DER BESTE PLATZ

So wie sie auf Jesus schauten,
sah auch er zu ihnen hin.
Er beobachtete bestens
ihre Taten, ihren Sinn.

Wie sie drängelten und schoben,
jeder wollt' den besten Platz.
Jeder wollte oben sitzen.
Wie beim Jagen gab's die Hatz.

Deshalb sagte er ein Gleichnis
zu den Oberen im Land,
zu den angeseh'nen Leuten,
zu dem Volk, das um ihn stand:

"Stell dir vor, du bist geladen
auf ein großes Hochzeitsfest.
Dann setz dich nicht gleich nach vorne,
denn sonst gibt es schnell Protest.

Stell dir vor, da ist noch einer,
der ist vornehmer als du,
und der Herr, der euch geladen,
kommt in dem Moment herzu.

Er wird kurz und bündig sagen:
‚Gib den Platz für diesen Mann!'
Du dagegen sitzt mit Schande
nun ganz unten am Tisch dran.

Bist du also eingeladen,
setz dich auf den letzten Platz.
Kommt dann der, der dich geladen,
sagt er zu dir diesen Satz:

‚Lieber Freund! Setz dich nach vorne,
rücke näher an mich 'ran!'
Das gibt Ehre, das schafft Nähe.
Du bist angesehen dann.

Es wird der erniedrigt werden,
der sich selber höher stellt.
Doch wird jeder Ehre finden,
der sich demütig verhält."

Jesus wandte sich an jenen,
der ihn selbst geladen hat:
"Machst du noch einmal ein Essen,
findet noch mal ein Fest statt,

dann lad nicht die reichen Nachbarn,
Freunde und Verwandte ein
und auch nicht nur deine Brüder,
- das ist noch kein Selig-Sein.

Diese können' s dir vergelten,
laden dich zu ihrem Fest,
können Dankbarkeit erweisen,
und ihr bleibt im gleichen Nest.

Lade Blinde und auch Lahme
und Verkrüppelte zu dir.
Bitte einfach doch die Armen
in dein Haus zu kommen hier.

Diese können dir nicht geben,
was du Gutes ihnen tust,
nicht einmal erkenntlich zeigen,
sind schon dankbar für den Knust.

Doch dich wird man selig finden
Und vergolten wird es dir.
Wenn Gerechte auferstehen
treffe ich dich dann bei mir."

LUKAS 14,7-14

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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