DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
LAZARUS UND DER REICHE MANN

Wer will heute noch auf Gott und Jesus hören?
Wer liest in der Bibel die Geschichten nach?
Wer lässt sich durch die Propheten heute stören?
Wen denn rütteln Bibelworte bei uns wach?

Auch wenn einer von den Toten auferstünde,
glaubt die Masse diesem Menschen trotzdem nicht.
Wenn er gleichzeitig mit Wundern Gott verkünde,
trotzdem machten viele für Gott dicht.

Vor zweitausend Jahren hat er propheziehen,
mit Geschichten und mit Bildern sagte er,
dass die satten Reichen sich dem Wort entziehen,
und sie kommen in den Himmel nur sehr schwer.

Jesus fing an dazu ihnen zu erzählen:
Es war einst ein reicher Mann mit sehr viel Geld.
Dieser konnte sich das schönste Essen wählen.
Seine Kleidung war aus Purpur hergestellt.

Alle Tage lebte er in hellen Freuden.
Alle Tage hatte er mehr als genug.
Wie er wollte konnte er sein Geld vergeuden.
Leinen liebte er bis hin zum Bettbezug.

Vor der Türe lebte Lazarus, ein Armer,
aß das, was vom Tisch des reichen Herren fiel,
war stets angewiesen auf den Allerbarmer,
lebte aus dem Müll, doch gab es da nicht viel.

An dem Körper hatte es sehr viele Wunden.
Die Geschwüre waren kein sehr schmuckes Kleid.
Täglich wurde er beleckt von fremden Hunden.
So ging das, bis Gott ihn rief aus dieser Zeit.

Als der Arme starb, da trugen ihn die Engel
in den Himmel, in den Schoß von Abraham.
Weich gebettet, ohne irgendwelche Mängel
in Zufriedenheit des Himmels er dort schwamm.

Auch der Reiche starb und wurde gut begraben.
In der Hölle schlug er seine Augen auf.
Zwischen Höll' und Himmel lag ein tiefer Graben.
Sein Gejammer stieg zu Abraham hinauf.

"Ich seh Lazarus in deinem Schoße sitzen.
Schick ihn zu mir, dass er mir in meiner Qual
meine Zunge kühle mit den Fingerspitzen,
diese Hitze hier ist echt katastrophal.

Lass ihn etwas Wasser zu mir 'rüberbringen."
bat er Abraham. Doch dieser sprach zu ihm:
"Lazarus kann gar nicht bis zu dir vordringen.
Über jene Kluft kommt man nicht legitim.

Du hast in dem Leben Gutes nur empfangen.
doch der Lazarus bekam nur Böses ab.
Ich will trösten ihn. Ihm ist so viel entgangen.
Deine Pein ist wie dein Reichtum - nicht zu knapp.

Zwischen dort und hier ist solch ein tiefer Graben,
dass von euch hinüber keiner kommen kann.
Deshalb kann der Lazarus dich auch nicht laben.
Selbst wenn er will, gibt es keinen Mittelsmann."

Doch der Reiche in der Hölle sprach: "Mein Vater!
Vater Abraham, schick ihn zu mir nach Haus.
Lass ihn sein für meine Brüder ein Berater.
Denn sie leben so wie ich in Saus und Braus.

Lass den Lazarus die Brüder alle warnen,
damit sie nicht kommen an den Ort der Qual.
Reichtum macht sie blind und will sie fein umgarnen.
Lazarus als Warner wäre ideal."

"Nein!" sprach Abraham, "sie haben die Propheten.
und sie können hören, was bei Mose steht!"
Doch der Reiche will den Abraham bekneten:
"Besser wär' es, wenn ein Toter dorthin geht."

"Nein!" sprach Abraham, "sie werden ihm nicht glauben!
Hören sie auf Mose und Propheten nicht,
werden sie dem Auferstandnen nicht erlauben,
sie zu warnen; denn sie machen vor ihm dicht."

LUKAS 16,19-31

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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