DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
ENDLICH GESUND!

Was mach ich, wenn ich krank war und gesund geworden bin?
Gehe ich zu dem Arzt oder auch zur Schwester hin,
bringe ich ihnen dann ein Dankeschön vorbei
oder sage ich, dass alles nur Geschick und Schicksal sei?

Was mach ich, wenn ich krank war und gesund geworden bin?
Bleibe ich, wie ich war oder ändert sich mein Sinn?
Lebe ich wie bisher oder ändert sich mein Stil?
Frage ich, was ich soll oder was Gott von mir will?

Jahrelang lebten sie auf der Isolierstation,
war'n getrennt von der Frau, von der Tochter und dem Sohn.
Jahrelang fraß der Aussatz ihre Haut und Knochen auf.
Jahrelang nahmen sie nun die Schmerzen schon in Kauf.

Jahrelang hörten sie "Ihr gehört nicht mehr dazu!"
Jahrelang fanden sie nachts vor Sorgen keine Ruh'.
Jahrelang lebten sie draußen vor der kleinen Stadt,
weil die Krankheit sich an ihnen so stark festgebissen hat.

Früher Lepra, dann die Pest, heute Krebs und Aids genannt,
sind die Ausgesetzten überall, in jedem Land bekannt.
Kranke sind's, die auf fremde Hilfe angewiesen sind,
ganz egal, sind es Alte oder ist es noch ein Kind.

Jeden Arzt, jede Hilfe hatten sie schon ausprobiert,
jeder Strohhalm war willkommen, "dass die Hoffnung nicht verliert!"
Tausend Mittel und Diäten hatten nicht Erfolg gezeigt.
und mit jeder Niederlage ihre Todesahnung steigt.

Jeder Doktor, jede Praxis, jede Heilungstherapie
war von ihnen schon getestet. "Alles half nicht!" - wussten sie.
Aber dann hörten sie, Jesus ist der Gottessohn,
und sie riefen ihn von ferne mit Geschrei und lautem Ton.

"Lieber Jesus, guter Meister, ach, erbarme du doch dich!
Mach gesund uns Ausgesetzte, und lass uns hier nicht im Stich!"
Jesus sprach: "Geht los nur, zeigt's den Priestern in der Stadt,
dass euch Gott nicht vergisst, sondern heut geholfen hat."

Zehn Personen glaubten Jesus, gingen los zur nächsten Stadt,
die die Priester als Gesundheitsamt für Ausgesetzte hat.
Auf dem Weg da merkten sie die Veränderung sofort:
Ihre Schmerzen wurden besser, und der Hautausschlag ging fort.

Die zehn Kranken mussten staunen, denn sie waren jetzt geheilt.
Ab zum Priester, dann nach Hause und zu Frau und Kind geeilt.
Welch ein Wunder, kaum zu glauben, endlich waren sie gesund!
Auf zur Arbeit! Auf zum Feiern! Mensch, jetzt ging das Leben rund.

Aber einer kehrte zuerst noch zu Jesus einmal um,
kniete nieder, lobte Gott laut, und er dankte ihm darum,
dass er von der schlimmen Krankheit nun gesund geworden war.
Und er sang und jubilierte, weil er dieses Wunder sah.

Jesus fragte, wo die andern neun Geheilten denn jetzt sind.
Ob denn keiner sonst Gott lobe und sich nur der eine findt?
Dieser eine war ein Fremder, war ein Ausländer im Land.
Samariter war'n für Juden nur als schlechte Leut' bekannt.

Dieser eine hat verstanden, Jesus hat die Gotteskraft,
dass er heilt an Leib und Seele, dass er Heil und Segen schafft.
Er stand auf und ging nach Hause, jetzt ging er in seine Stadt.
Jesus sagte, dass der Glaube, das Vertraun geholfen hat.

LUKAS 17, 11-19

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Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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