DAS LUKASEVANGELIUM IN (KREUZ-)REIMEN

 "Verdichtet" von Pfarrer Martin Becker
 
ERWARTUNGEN

Gottes Herrschaft hatten sie erwartet,
und dass der Messias endlich kommt,
hofften, dass ihr Lebensstil Gott frommt
und dass Gott sagt: 'Ihr seid gut geartet!'

Sie erwarteten, dass auch ein Ende
von den Herrschern dieser Welt dann sei,
hofften Gott zu schauen einwandfrei
und bei allem Schlechten eine Wende.

Dass sich die Verhältnisse dann ändern,
dass man sein Volk nicht mit Füßen tritt, -
diesen Zustand bringt der Heiland mit,
diesen sieht man dann in allen Ländern.

"Wann kommt Gottes Reich, wann wird man's sehen?"
fragten Pharisäer Jesus dies.
Dass er als Messias sich erwies,
konnten sie bisher noch nicht verstehen.

Jesus sagte: "Man kann es nicht sehen!
Gottes Herrschaft fängt ganz anders an.
Nicht, dass man es einfach zeigen kann:
'Sieh hier ist es! Da ist es geschehen!'

Passt doch auf! Es ist in eurer Mitte!
Gottes Reich ist momentan schon da!
Mitten in euch herrscht Gott unsichtbar.
Nehmt ihn innerlich wahr!" - war die Bitte.

Zu den Jüngern sprach er mit den Worten:
"Es kommt eine Zeit, in der wollt ihr
sehn den Menschensohn einen Tag hier,
und ihr sucht ihn dann an vielen Orten.

Manche werden zu euch darauf sagen:
'Schaut doch hin! Hier ist er! Oder dort!'
Geht nicht hin und folgt nicht ihrem Wort.
Lasst euch nicht drauf ein! Das müsst ihr wagen!

Wenn der Menschensohn kommt, wird man's wissen.
Wie der Blitz, der alles grell erhellt,
der klar sichtbar ist für alle Welt,
so wird dann der Himmel aufgerissen.

Vorher muss der Menschensohn viel leiden,
und er muss erdulden diese Zeit,
diese Menschen, diese Dunkelheit.
Es muss sein für Fromme und für Heiden!

Er muss vorher erst verstoßen werden,
weil man die Bedeutung nicht versteht,
weil man ihm das Wort im Mund rumdreht,
deshalb wird verworfen er auf Erden.

Es wird so sein, wie zu Noahs Zeiten:
- so geschieht es auch beim Menschensohn -
Essen, Trinken, Heiraten und Hohn,
Menschen pflegen die Sorglosigkeiten.

Das geschah schon damals alle Tage,
bis dann Noah in die Arche ging
und die Erde voller Regen hing.
Alle kamen um in dieser Plage.

So ist es zu Zeiten Lots geschehen:
Sorglos aßen oder tranken sie,
kauften oder spielten Lotterie,
bauten, pflanzten, wollten Gott nicht sehen.

Lot hat Sodom irgendwann verlassen,
dann kam Feuer auf die Stadt herab,
Schwefel regnete, die Luft ward knapp.
Alle starben dort in Sodoms Gassen.

So wird es an jenem Tage gehen,
wenn der Menschensohn wird offenbar,
dann wird es für jeden Menschen klar:
Gott, der Herr, beherrscht das Weltgeschehen.

Wer dann draußen ist auf der Terrasse,
hole nicht noch seine Sachen aus dem Haus.
Wer das Feld pflügt gehe g'rad aus,
nicht zurück, dass er ihn nicht verpasse!

Nicht nach hinten sollte man dann schauen,
nicht sich umdreh'n, so wie einst Lots Frau!
Denkt an sie, erinnert euch genau:
starres Salz war sie im Morgengrauen.

Wer versucht ans Leben sich zu klammern,
der wird es verlieren, der geht hin.
Wer's für Gott verliert, dem ist's Gewinn.
Wer hier Gott vertraut, muss dort nicht jammern.

Wenn der Menschensohn kommt, wird's passieren,
dass dann zwei liegen in einem Bett.
Einer wird genommen vom Duett;
einer bleibt zurück, wird sich verlieren.

Und zwei Frauen mahlen Korn soeben,
arbeiten zusammen ohne Streit.
Eine wird genommen zu der Zeit,
doch die andere wird preisgegeben.

Es wird so auch auf dem Feld geschehen:
arbeiten noch eben dort die zwei,
ist der eine dann für Gott dabei,
wird der andere ganz schlicht vergehen."

Seine Jünger fingen an zu fragen.
Und sie wollten einfach wissen: "Wo?"
Jesus sprach zu ihnen: "Ich sag's so:
Wo das Aas ist geh'n die Geier jagen!"

Gottes Reich kommt anders als erwartet.
Es fängt innen, in dem Herzen an.
Jesus selbst ist unser Mittelsmann.
Seinen Bund hat Gott ganz neu gestartet.

Alle, die auf diesen Heiland trauen,
spüren Gottes Reich ist jetzt schon da.
Gott ist uns in dem Messias nah,
Wer ihm folgt, kann auf die Gnade bauen.

LUKAS 17,20-37

Alle Rechte vorbehalten
Copyright 2002 beim Autor Martin Becker, Kassel

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