Karwoche, Ostern .. Hätten Sie's gewußt?

Karwoche
Kar, althochdeutsch chara, bedeutet Klage, aber stille, innere Trauer. Die Karwoche ist die am Palmsonntag beginnende vorösterliche Woche. Wir Christen gedenken in dieser Woche der Leidenszeit Jesu Christi. In dieser Woche finden keine Trauungen oder Feiern statt.

Gründonnerstag
Grün kommt von greinen, wehklagen. An diesem Tag wird an das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern erinnert. Die Glocken verstummen und erklingen außer zur Todesstunde Jesu an Karfreitag erst wieder in der Osternacht. Katholische Christen erinnern sich an die Fußwaschung Jesu an seinen Jüngern. Gründonnerstag endet die 40-tägige Fastenzeit. Beim Abendgottesdienst werden in der Kirche alle Gegenstände auf dem Altar entfernt und erst beim Gottesdienst in der Osternacht wieder zurückgestellt. Orgel und Glocken ertönen außer zur Todesstunde am Karfreitag erst wieder in der Osternacht.

Karfreitag
Dieser Tag wird als Gedächtnis an den Kreuzestod Jesu begangen. Dieser Feiertag wurde von Luther eingeführt.

Salvador Dali
Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz von 1951
Religiöses Museum, Glasgow, Schottland

Ostern
Ostern ist das älteste Fest der Christenheit. Jesus wurde vor dem Passahfest gekreuzigt, er mußte vor dem Beginn dieses Festes am Freitag Abend vom Kreuz abgenommen sein. Jesus ist am dritten Tag, also folglich am Sonntagmorgen wieder auferstanden. Wegen dem Bezug zum Passahfest wird Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling, also zwischen 22. März oder 25. April gefeiert. Ostern ist der höchste Feiertag der Christenheit neben Karfreitag und wird seit dem 4. Jahrhundert gefeiert. Die Bedeutung des Wortes Ostern ist ungeklärt.
Die Osternacht eröffnet eine fünfzigtägige, österliche Freudenzeit, die am 50. Tag festlich abgeschlossen wird. Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. entwickelte sich der Abschluss dieser Zeit zu einem eigenen Fest, bei dem die Ausgießung des Heiligen Geistes im Mittelpunkt stand: Pfingsten.
Gott hat seinen Sohn zu uns auf die Erde geschickt und für unsere Sünden (= unsere Handlungen, die Gottesferne bewirken) stellvertretend gestorben. Und wieder auferstanden. Er hat den Tod für uns überwunden. Wenn wir an ihn glauben und um Vergebung unserer Sünden beten, erfahren wir die Vergebung all unserer Sünden.
Aber Vorsicht, das ist kein Freifahrtschein! Wir müssen nach den 10 Geboten des alten Bundes oder den 2 Geboten (Liebe zu Gott und den Menschen) des neuen Bundes leben. Denn keiner weiß, welchen Maßstab Gott in seinem jüngsten Gericht anlegen wird!
In dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20, 1-16) sagt uns Jesus, daß es egal ist, wann wir in unserer Lebensspanne zu ihm kommen und um seine Gnade bitten. Jeder bekommt die gleiche Gnade angeboten. Aber wenn wir sie ausschlagen, wird es uns ergehen wie dem reichen Mann in der Geschichte vom reichen Mann und vom armen Lazarus (Lukas 16, 14-31).

Lothar F. Wiehler


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