Festakt 20 Jahre Rumänienarbeit - Talk und Musik

Am Samstag, 19. Juni 2010 um 18 Uhr fand in unserem Gemeindepavillon im Rahmen des diesjährigen Gemeindefestes unter dem Thema Brücken bauen eine besondere Veranstaltung statt. Frau Dithmar, unser Bischof Martin Hein, eine rumänische Delegation aus Heltau waren die Gäste, Pfarrer Martin Becker führte durch den Abend.

Heltau

Heltau in Rumänien
Aktuelle Bilder von dieser Veranstaltung folgen in Kürze

Zu Beginn spielte das Duo Ailé mit Hildrun-Luise Jauch an der Violine und Mykola Avramchuk am Bajan. Pfarrer Becker sprach über 20 Jahre Engagement unserer Gemeinde in Rumänien. Er stellte die rumänischen Gäste, Helfer in Heltau, Schüler in der Arche und ehemalige Schüler, die nach ihrer Heltauzeit zu weiterführenden Schulen gingen und nun studieren, vor. Viele Kontakte in Kassel und Heltau sind zu einem Netzwerk geknüpft worden. Und der Hauptakteur bei unserem Projekt Heltau war Frau Dithmar.

Bischof Hein würdigte die Leistungen unserer Gemeinde und besonders die von Frau Dithmar. In sehr persönlichen Worten führte er aus, dass Frau Dithmar von 1977 bis 2007, also 30 Jahre im Kirchenvorstand unserer Gemeinde war. Von 1989 bis 2007 leitete sie den Kirchenvorstand. Seit 2007 ist sie Kirchenälteste, eine Aufgabe, die auf Lebenszeit verliehen wird. Kirchenälteste sollen beraten und auch Seelsorger für die Pfarrer sein. Frau Dithmar wird in Heltau sehr geschätzt. Seit 2002 ist Frau Dithmar Ehrenbürgern von Heltau. Bischof Hein verlieh Frau Dithmar in Würdigung ihrer Verdienste die Martinsmedaille, eine der höchsten Ehrungen unserer Landeskirche.

Frau Dithmar bedankte sich sehr herzlich. Wir brauchen Gottes schützenden Segen für diese große Aufgabe, sagte sie und richtete ihren Dank auch an ihren Mann. Ihre 3 Enkel gaben Frau Dithmar ein Ständchen auf ihren Geigen.

Unser Kirchenvorstandsvorsitzender Prof. Dr. Faust sagte, dass unter Frau Dithmar als Kirchenvorstandsvorsitzende viel geschehen ist, dass man als Nachfolger in sehr große Fußstapfen treten muss. Bei der Durchsicht der Archive stellte sich ihm die Frage, wie Frau Dithmar so viele für das Projekt Heltau mitreißen konnte, dass die großen Summen über die 20 Jahre aufgebracht werden konnten. Frau Dithmar hat der Gemeinde ein gutes Profil gegeben und der Not Gesichter gegeben durch ihre Berichte, Fotos und ihr ganz persönliches Engagement. Zum Dank überreichte er Frau Dithmar einen Strauß großer Blumen.

Nach so vielen Worten gab es für uns die Gelegenheit, uns an einem Buffet zu stärken und unsere Gedanken über das Gehörte auszutauschen.

Nach der Pause fragte Pfarrer Becker Frau Dithmar, wie alles angefangen hat. Frau Dithmar hatte im Dezember 1989 in den Medien über die katastophalen Zustände in Rumänien erfahren und dann den Entschluß gefaßt, hier muss geholfen werden. Pfarrer Schinze hatte sie bei diesem Entschluß unterstützt, die Spende des damaligen Gottesdienstes wurde für eine spontane Heltau-Hilfe umgelenkt und kam als absolute Nothilfe einem Waisenhaus zugute. Die Schule am Heideweg räumte ihr Archiv für eine Schule in Rumänien aus. Mit der Hilfsaktion Essen auf Rädern konnte Frau Dithmar den evangischen und den orthodoxen Pfarrer gleichermaßen zum Mitmachen begeistern. Natürlich gab es auch Stolpersteine, die Grenzposten und der Zoll in Heltau.

Wie sieht die Zukunft der Arbeit am Projekt Heltau aus, fragte Pfarrer Becker. Frau Dithmar meinte spontan, dass weitere Schüler durch die Schulzeit geführt werden sollen. Dass aus der Hilfe eine Selbsthilfe werden soll und dass noch ca. 5 Jahre Hilfe in Heltau für die Arche und die anderen Aufgaben nötig sein wird.

Die Kinder aus Heltau sangen einige rumänische Lieder, die sie auf der Gitarre begleiteten. Als sie Die Gedanken sind frei sangen, stimmten viele Gäste mit ein.

Pfarrer Becker interviewte die Leiterin der Arche Noah, Carmen Sandru. Sie kann super Deutsch. Seit 2 Jahren leitet sie die Arche und ist ihr guter Geist. Sie ist Lehrerin und macht nebenbei eine Ausbildung als Sozialarbeiterin. Ihr erster Eindruck von der Arche war, dass sie von der Einrichtung und der Hilfe beeindruckt war. Die Kinder in der Arche kommen aus dem Bahnhofsviertel. Es gibt eine Vormittags- und eine Nachmittagsgruppe, weil der Schulunterricht vormittags oder nachmittags sein kann. Pfarrer Becker sprach auch mit Frau Dr. Cioslec, die uns in besonderem Maße in Heltau unterstützt, mit den 2 Studenten Luciana und Alexandru und der Schülerin Roxana. Man spürte die Dankbarkeit der Kinder/Jugendlichen, die die erfahrene Hilfe an andere weiter geben wollen.

Zum Schluß hörten wir noch ein Stück von dem Duo Ailé.

Lothar F. Wiehler


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